„Berlin wird heißer“, sagte Umweltsenatorin Ute Bonde (SPD) im März bei der Vorstellung der Klimarisikoanalyse. Jetzt, wo der Sommer Temperaturen steigen lässt, wird diese Folge des Klimawandels an vielen Orten in Berlin spürbar. Die Berliner Morgenpost hat sich den Bericht des Senats angeschaut und aufgeschlüsselt, wo es in den Bezirken besonders heiß werden kann.

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Der Gradmesser für die Hitze-Hotspots der Stadt ist die sogenannte physiologisch äquivalente Temperatur (PET). Bei dieser spielen – im Gegensatz zur Lufttemperatur, die zum Beispiel am Morgen im Radio vermeldet wird – weitere Faktoren eine Rolle: die Luftfeuchtigkeit etwa, Wind oder Sonneneinstrahlung. Vereinfacht gesagt ist die PET also die gefühlte Temperatur.

Warum die Siedlungsgebiete mehr betroffen sind als die Großsiedlung – zumindest auf den ersten Blick

Betrachtet man die Hotspot-Karte für Marzahn-Hellersdorf, fällt auf: Fast im gesamten Siedlungsgebiet in Biesdorf, Kaulsdorf und Mahlsdorf weist die Karte eine erhöhte bis hohe Hitzebelastung aus. Das bedeutet, gefühlte Temperaturen von 38 Grad und höher sind hier möglich.

Im Gegensatz zu Marzahn und Hellersdorf sind die Ortsteile im Süden des Bezirks von Einfamilienhäusern geprägt. Eine „niedrige, aufgelockerte Bebauung mit überwiegend Rasenflächen“ kann laut Risikoanalyse „am Tag besonders hitzebelastet“ sein. Hier gibt es kaum Schatten, der vor der Sonne schützt. Besonders deutlich wird das im Wohngebiet rund um die Schmetterlingswiese in Biesdorf.

Hitze Karte Klimarisikoanalyse 2026
An diesen Orten wird es in Marzahn-Hellersdorf besonders heiß. Die Karte weist außerdem Gebiete aus, die besonders gefährdet sind bei Überflutung in Folge von Starkregen auf Grundlage eines außergewöhnlichen 100-jährigen Ereignisses.© Umweltatlas Berlin | C. Schlippes

In Marzahn und Hellersdorf stehen dagegen vielerorts hohe Plattenbauten, die Schatten spenden. Hinzu kommen Parks und Grünanlagen, wie die Ahrensfelder Berge. Kein Bezirk hat so viele Hektar Grün- und Erholungsanlagen wie Marzahn-Hellersdorf. Hier ist die Hitzebelastung im Freien also nicht ganz so hoch.

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Dafür haben die Bewohnerinnen und Bewohner der Plattenbauten andere Sorgen: Viele der Wohnungen haben nur auf einer Seite Fenster. Dadurch gibt es beim Lüften keinen Durchzug. Auch leben in den Marzahner Hochhaussiedlungen viele über 80-Jährige – sie sind besonders vulnerable bei Hitze.

Marzahn-Hellersdorf: Was der Bezirk gegen die Hitze unternimmt

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Um die Marzahn-Hellersdorfer an heißen Tagen zu unterstützen, bieten die Stadtteilzentren kaltes Wasser an. Der Bezirk hat zudem ein 24-Stunden-Hitzetelefon eingerichtet – für Tipps, Tricks und Hilfe zum Thema Hitze. Betrieben wird es vom Kreisverband Nordost des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). Das Telefon erreicht man unter der 030809331914. Außerdem unterstützen DRK-Mitarbeiter wohnungslose Menschen.