Bei einem Brand in einem Einfamilienhaus in Berlin-Mahlsdorf (Bezirk Marzahn-Hellersdorf) ist am Montagabend ein siebenjähriger Junge gestorben. Feuerwehrleute hatten ihn zunächst noch aus den Flammen gerettet, wie ein Feuerwehrsprecher sagte. Das Kind sei vom Rettungsdienst behandelt worden, dann aber vor Ort seinen Verletzungen erlegen.

Weil ein Mensch zu Tode gekommen ist, ermittelt das Landeskriminalamt (LKA) nun wegen des Verdachts der schweren Brandstiftung, sagte Polizeisprecher Florian Nath der Berliner Morgenpost. Die Ermittlungen zur Brandursache seien relativ umfangreich. Kriminaltechniker und Brandermittler untersuchten das Gebäude und seien vermutlich den ganzen Dienstag über vor Ort. Das Haus war ausgebrannt und ist nach aktueller Einschätzung nicht mehr bewohnbar, so die Polizei.

Anwohner legten am Dienstag an der Mauer vor dem Grundstück Blumen nieder und stellten Kerzen auf zum Gedenken an den toten Jungen. Vor Ort herrschte eine bedrückte Stimmung, wie ein dpa-Reporter berichtete. Die Fassade des ausgebrannten Hauses war mit Ruß bedeckt, der Dachstuhl verkohlt. 

Einfamilienhaus brennt in Mahlsdorf:

Bewohner des Hauses hatten am Montag gegen 18.30 Uhr den Notruf gewählt. Nach Angaben der Feuerwehr stand das Einfamilienhaus an der Kieler Straße komplett in Flammen. Als die Einsatzkräfte ankamen, brannte es nach Angaben des Sprechers bereits im Erdgeschoss und im Dachstuhl.

Insgesamt hielten sich laut Polizei elf Personen in dem Haus auf, zehn davon konnten sich selbstständig ins Freie retten – darunter drei weitere Kinder im Alter von fünf Jahren. Sie blieben unverletzt. Aus Polizeikreisen hieß es, dass es sich um eine große Familie handele. Die Angehörigen des verstorbenen Kindes wurden von der psychosozialen Notfallversorgung vor Ort betreut. Ein weiterer Mensch wurde leicht verletzt.

Brand in Mahlsdorf: Schwierige Suche nach dem Jungen

Brand in Einfamilienhaus in Berlin
Feuerwehrleute sind im Einsatz bei einem Brand in einem Einfamilienhaus im Bezirk Marzahn-Hellersdorf.© Manuel Genolet/dpa | Manuel Genolet

Die Einsatzkräfte machten sich im Haus auf die Suche nach dem Kind. Das gestaltete sich aber schwierig, weil die Holztreppe bereits weggebrannt war, wie der Sprecher sagte. Mit tragbaren Leitern seien die Feuerwehrleute bis zu dem Jungen vorgedrungen und hätten es aus dem Haus gebracht. 

Die Löscharbeiten wurden am späten Montagabend beendet. Die Feuerwehr war nach eigenen Angaben mit knapp 70 Kräften mit dem Löschen beschäftigt. „Da der Einsatz auch für unsere Einsatzkräfte eine besondere Situation war, wurde das Einsatznachsorgeteam alarmiert“, teilte die Feuerwehr mit. 

dw/psi