Kuriose Bushaltestelle

Hier lässt die BVG ihre Fahrgäste im Regen sitzen

Wer an dieser Station auf den Bus wartet, hat die Wahl: überdacht stehen oder unter freiem Himmel sitzen. Die BVG ist aber unschuldig.

"Besser schlecht gesessen als gut gestanden", hat sich die BVG bei dieser Haltestelle gedacht

"Besser schlecht gesessen als gut gestanden", hat sich die BVG bei dieser Haltestelle gedacht

Berlin. Dass die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) ihre Fahrgäste lieben, werden sie nicht müde zu betonen. Doch wie weit die Liebe tatsächlich reicht, muss sich fragen, wer auf diese Bushaltestelle in Marzahn stößt. Die Station Blumberger Damm/Eisenacher Straße sieht aus, als hätte sie jemand auseinandergebaut. Auf der einen Seite das überdachte Wartehäusen, daneben fein säuberlich eine Sitzbank. Wer hier auf den Bus wartet, wird buchstäblich im Regen sitzen gelassen.

Allerdings hat die BVG eine Erklärung für dieses Kuriosum. Ursprünglich waren für die Haltestelle keine Sitzplätze vorgesehen. Denn dafür war der Abstand zum Bordstein zu gering, was zu Problemen beim Ein- und Aussteigen geführt hätte, besonders für Rollstuhlfahrer. Der dahinter liegende Radweg sei vom Bezirksamt angeordnet und können zwecks Schaffung von mehr Platz auch nicht verlegt werden, sagt BVG-Sprecherin Petra Reetz. "Wir können also nichts machen, außer uns in dieser kleinen Ecke auszutoben."

Sitzbank kam auf Wunsch der Anwohner

Auf vielfachen Wunsch der Anwohner habe man aber dennoch für Sitzmöglichkeiten gesorgt - mit der Liebe ist es also offenbar doch nicht weit her. "Wir haben uns gesagt: Besser schlecht gesessen als gut gestanden", so Reetz. Das Ergebnis sehe zwar aus, als habe es ein Azubi geplant, aber unter den gegebenen Umständen sei es die einzige Möglichkeit gewesen.

In einer Neubau-Siedlung in Biesdorf wurde eine Station so versetzt, dass die Fahrgäste offenbar direkt in das Wohnzimmer der Mieter gucken können. Allerdings gibt die Wohnungsbaugesellschaft Degewo hier Entwarnung: Bis zur Fertigstellung der Wohnung wird vor dem Fenster eine hohe Hecke gepflanzt und ein Holzpaneel an der Terrassenseite der Wohnung installiert, "womit die Privatsphäre des zukünftigen Mieters gewährleistet ist", wie das Unternehmen mitteilt.

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