Weiterer Rückschlag für das Howoge-Neubauprojekt in Karlshorst: Der Bezirk Lichtenberg hat dem landeseigenen Wohnungsunternehmen die weitere Fällung im dortigen Ilse-Kiez verboten. Die Untersagung war zunächst bis zum 31. Oktober ausgesprochen worden. Wie der BUND am Montag mitteilte, sei diese nun bis Jahresende verlängert worden. Damit sind der Howoge bis dahin jegliche Baumfällungen sowie die Rodung der Gebüsche untersagt worden.

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Da die Vegetationsphase beendet ist, hätten Fällungen seit dem 1. Oktober stattfinden können. Die Verlängerung der Untersagung bis zum 31. Dezember hat laut BUND mit den artenrechtlichen Überprüfungen zu tun. Diese seien noch nicht abgeschlossen. Die Howoge war gegen die erste Untersagung juristisch vorgegangen. Dieser Antrag ist vom Verwaltungsgericht Berlin zurückgewiesen worden und auch das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg sah keinen Anlass, tätig zu werden, so der BUND.

Ilse-Kiez Karlshorst: Anwohner und BUND stoppen Bauprojekt zum Schutz der Grünflächen

Howoge Neubauprojekt Ilse-Kiez Berlin-Karlshorst
Geht es nach der Howoge und dem Land Berlin soll diese und andere Grünflächen in Karlshorst für Wohnungen verschwinden. Der Bezirk Lichtenberg macht dabei nicht mit. Er möchte seinen Bewohnern nicht jedes Nachverdichtungsprojekt zumuten.© Berliner Morgenpost | Julia Lehmann

Die Anwohner-Initiative „Rettet den Ilse-Kiez“ und der BUND wollen mit der Rückendeckung des Bezirksamts Lichtenberg die grünen Innenhöfe weitestgehend schützen. Die Howoge plant als Nachverdichtungsprojekt, mehrere Wohnhäuser in den Höfen an Ilsestraße und Marksburgstraße in Karlshorst bauen zu lassen.

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Die Nachbarschaft kämpft jedoch schon seit Längerem darum, die Grünflächen zu erhalten. Sie argumentieren außerdem, dass mit dem Neubauprojekt auch geschützte Tierarten wie Haussperlinge verdrängt würden. Nun habe man Zeit gewonnen, teilt der BUND in einer Mitteilung vom Montag mit. „Sie dient der Klärung, ob bei den massiven Eingriffen in essenzielle geschützte Lebensräume der Erhaltungszustand von Haussperling und Zwergfledermaus bewahrt werden kann oder endlich eine Anpassung der Planung an die Verhältnisse vor Ort erfolgen muss“, so der BUND.

Howoge: BUND erhebt schwere Vorwürfe wegen Störung des Artenschutzes

Die Naturschutzorganisation erhebt zudem erhebliche Vorwürfe gegenüber der Howoge. Diese solle, nach Aussagen des BUND, versucht haben, die verbliebenen Tiere mit Drohnen und Licht zu stören und somit zu verdrängen.

Howoge Neubauprojekt Ilse-Kiez Berlin-Karlshorst
Auf diesem Plakat hat die Howoge ihre Pläne für den Ilse-Kiez verbildlicht.© Berliner Morgenpost | Julia Lehmann

Dazu erklärt Dirk Schäuble, Naturschutzreferent des BUND Berlin: „Und wieder einmal wird von der Senatsbauverwaltung mit brachialem Druck versucht, ein Bauprojekt trotz erheblicher Artenschutzprobleme durchzuboxen. Zum Glück widersetzt sich der Bezirk, womit nun etwas Zeit gewonnen werden konnte. Bereits im vergangenen Jahr folgte das Verwaltungsgericht Berlin der Argumentation des BUND Berlin, dass der Artenschutz nicht ausreichend berücksichtigt worden ist.“