Die Pelikane und Flamingos im Tierpark Berlin in Friedrichsfelde haben ein neues Gehege. Am Dienstag wurden die beiden Netzvolieren eingeweiht. Also große Kunststoffnetze, die über die Gehege gespannt sind. Bisher gab es diese Netze nicht. Stattdessen wurden den Pelikanen und Flamingos regelmäßig die Schwungfedern gestutzt. Das führt dazu, dass sie nahezu flugunfähig sind und nicht aus dem Gehege fliehen können. Tierschützer hatten das Stutzen der Flügel schon länger kritisiert.
Nun verzichtet der Tierpark Berlin auf diese Praxis bei den beiden Vogelarten. Durch die bis zu zehn Meter hohen Netze ist das nicht mehr notwendig. Damit werden laut Tierpark die Haltungsbedingungen der Vögel in den Anlagen erweitert und stärker an ihre natürlichen Bedürfnisse angepasst.

Zoo- und Tierparkdirektor Andreas Knieriem erklärte, die neue Anlage biete zudem einen weiteren Vorteil: Mit der Voliere können auch neue Wasservögel in die Gehege einziehen. Bei den Pelikanen sollen verschiedene Gänsearten dazukommen. Zum Beispiel die Große Schneegans und die Riesenkanadagans. Bei den Flamingos sollen etwa noch Chilekrickenten und Orinokogänse einziehen.
Besucher können neue Pelikan-Anlage künftig betreten
Auch für Besucher bringt die neue Anlage Vorteile. Zumindest die der Pelikane lässt sich nämlich durch eine Schleuse betreten. Damit können Besucher zukünftig noch ein Stück näher an die Tiere heran und sie beispielsweise bei der Fütterung beobachten.

Laut Knieriem sei der Umbau auch eine Maßnahme gewesen, die Anlage „dauerhaft genehmigungsfähig“ zu machen. Denn das Stutzen der Flügel bei Vögeln ist umstritten. Aktuell wird das von Behörden oftmals noch geduldet. Doch Tierschützer kritisieren die Praxis schon länger.
Dass auf das Stutzen der Flügel künftig verzichtet wird, sei zwar „eine große Verbesserung der Lebensqualität der Tiere“, erklärte die Lichtenberger Bezirksverordnete der Tierschutzpartei, Katja Michel, auf Anfrage. „Ein Leben in Freiheit und im natürlichen Umfeld kann jedoch auch eine Netzvoliere nicht bieten.“
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Zudem werden die Vögel nicht sofort losfliegen können. Bis ihre Schwungfedern nachwachsen und sie den Impuls verspüren, fliegen zu wollen, kann es noch etwas dauern, so der Tierparkdirektor.
1,75 Millionen Euro kostete der Umbau der beiden Anlagen. Damit waren sie deutlich teurer als zunächst geplant. Finanziert wurde der Umbau größtenteils aus Mitteln eines ehemaligen DDR-Vermögens (PMO-Vermögen), das vom Senat für gemeinnützige Maßnahmen im Ostteil der Stadt verteilt wird.




