Vor ein paar Wochen war ich mit meinen beiden Neffen im Zoo Berlin. Ich glaube, für die beiden Jungs war es ein einschneidendes Erlebnis. Das Bild, wie der kleinere (zweieinhalb Jahre) vor der großen Scheibe eines Aquariums steht und mit seinem Blick einen bunten Fisch fixiert, der im Wasser hin- und herschnellt, werde ich so schnell nicht vergessen. Immer wieder stieß er ein erstauntes, hohes „Ooohhh“ aus. Er schien alles um sich herum vergessen zu haben. Völlig im Bann des Tiers hinter der Scheibe.
Doch der Besuch war für mich auch ein Erlebnis mit gemischten Gefühlen. Denn eigentlich stehe ich dem Zoo sehr skeptisch gegenüber: Tiere in der Hauptstadt, umgeben von Hochhäusern, Verkehr, zur Belustigung hinter Gittern. Kann das wirklich gut für die Tiere sein? Und will ich, dass meine Neffen das für normal halten? Zumal es Alternativen gibt: Auch auf Lebenshöfen oder Auffangstationen und bei geführten Exkursionen von Naturschutzvereinen lässt sich Respekt für Tiere vermitteln.
Tierwohl sollte an erster Stelle stehen
Ob moderne Zoos hingegen ihren eigenen Anspruch auf Artenschutz, Bildung und Forschung immer erfüllen, ist zumindest fraglich. Historisch galten sie vor allem der Unterhaltung. Und auch heute dienen ihre Zuchtprogramme häufig nicht der späteren Auswilderung, sondern vor allem dazu, attraktive Tierarten dauerhaft für Zoos verfügbar zu halten. Die Vorstellung von Zoos als „Arche Noah“ ist unrealistisch.
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Zugutehalten muss man den Institutionen, dass sie manche Kritik aufnehmen und sich wandeln. Hin zu größeren Gehegen und optimierter Pflege. Grundsätzlich gilt: Das Tierwohl sollte über das wirtschaftliche Interesse gestellt werden. Daran müssen sich Zoo und Tierpark messen lassen.




