Per Frachtflugzeug und Lkw sind 18 Wisente aus Deutschland zur Auswilderung in den Kaukasus in Aserbaidschan umgesiedelt worden. Zwölf Tiere kommen aus dem Tierpark Berlin, sechs weitere aus einem Wisentprojekt im Rothaargebirge in Nordrhein-Westfalen, wie die Umweltorganisation WWF Deutschland und der Tierpark Berlin mitteilten. 

Die bis zu 1.000 Kilogramm schweren Wisente halten sich am Anfang in einem Auswilderungsgehege im Shadagh Nationalpark im Norden Aserbaidschans auf, wie eine Tierpark-Sprecherin erklärte. Nach einigen Monaten werden sie dann vollständig in die Freiheit entlassen. 

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Letzte Wisent im Kaukasus 1927 geschossen

Der WWF und der Tierpark Berlin leiten seit 2019 ein Wiederansiedlungsprojekt für Wisente. Der aktuelle Umzug der 18 Tiere sei die größte einzelne Umsiedlung seit Beginn des Projekts. Der Nationalpark sei eines der größten Schutzgebiete des Kaukasus und biete mit seinen weitläufigen Berg-, Wald- und Offenlandstrukturen ideale Voraussetzungen für eine langfristig stabile Wisentpopulation.

Früher waren Wisente in ganz Europa verbreitet, wie Tierpark und WWF erklärten. Doch im 19. und frühen 20. Jahrhundert wurden die Tiere in der Wildnis Europas ausgerottet und überlebten ausschließlich in zoologischen Einrichtungen. 1927 sei der letzte Wisent im Kaukasus geschossen worden. Auch die Abholzung von Wäldern habe den Tieren geschadet.

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Aus Berlin wurden bisher 64 Wisente nach Aserbaidschan gebracht

Mithilfe von Schutz- und Zuchtprogrammen existieren laut WWF heute weltweit wieder rund 10.000 Wisente, sowohl in zoologischen Einrichtungen als auch in Naturreservaten und in der Wildnis. Das Wiederansiedlungsprojekt von Tierpark und Zoo habe bislang 64 Wisente nach Aserbaidschan gebracht. Die Tiere pflanzten sich dort erfolgreich fort. Allein 2025 seien neun Kälber geboren worden. Mit dem Neuzuwachs aus Berlin und NRW leben in dem Nationalpark nun rund 90 Wisente. 

„Die Rückkehr des Wisents in die Urwälder des östlichen Großen Kaukasus ist ein wichtiger Beitrag zur Erreichung nationaler, regionaler und internationaler Naturschutzziele zum Erhalt der Biodiversität“, erklärte Projektleiter Aurel Heidelberg, Referent für die Ökoregion Kaukasus beim WWF Deutschland.

dpa