Schnee, Eis, kalte Pfötchen und dann noch Streusand und Split: Für Hunde kann jede Gassirunde derzeit zur Qual werden. Ganz anders geht es vielen Tieren in Zoo und Tierpark. Zwar waren beide Einrichtungen am Freitag wegen der Sturmwarnung geschlossen, außer dem Aquarium. Aber auch ohne Besucher und Zuschauer geht es in den Gehegen munter zu: Wisente rennen ausgelassen durch ihr verschneites Revier, zwei Braunbären kugeln miteinander über die weiße Watte, die Schnee-Eule sitzt auf einem Ast und ist kaum zu erkennen in der Winterlandschaft.

Sogar die Großen Pandas im Zoo vergessen einmal, dass sie eigentlich am liebsten fressen und schlafen. Leni und Lotti, die beiden 17 Monate alten Panda-Zwillinge, entdecken endlich so richtig ihre Außenanlagen. Immer dabei als Aufsichtsperson: Panda-Mutter Meng-Meng. Sie rutschen einen kleinen Abhang herunter, klettern auf ihre Holzhochsitze und genießen jede Schneeflocke auf dem Pelz. Es ist ihre Zeit, die Zeit der Wintertiere. Aber nicht nur sie freuen sich über die Kälte. Auch Exoten aus warmen Gefilden wagen sich raus und freuen sich über die weiße Abwechslung. Dazu gehören zum Beispiel die Elefanten im Zoo.

Das Besondere ist: „Die meisten Tiere im Tierpark und Zoo halten weder Winterschlaf noch Winterruhe oder Winterstarre“, erklärt Direktor Andreas Knieriem. Stattdessen würden viele Arten auch im Winter aktiv sein, vorausgesetzt, sie sind an kühlere Temperaturen angepasst. So sind im Tierpark zum Beispiel Eisbären und Elche ganzjährig draußen zu beobachten.
In der Himalaya-Gebirgswelt ist gerade jetzt richtig was los
In der Himalaya-Gebirgswelt im Tierpark mit Roten Pandas, Takinen und Schneeleoparden geht es ebenfalls gerade richtig munter zu, weil die Tiere jetzt Witterungsbedingungen fast wie in der Heimat vorfinden. Auch die Przewalski-Pferde, beeindruckende asiatische Wildpferde, erleben gerade ihre beste Zeit und galoppieren durch den Schnee. Dichteres Winterfell oder isolierende Fettschichten sorgen bei ihnen dafür, dass sie die Minusgrade nicht nur gut verkraften, sondern sogar genießen.

Im Zoo ist es für den Panda-Nachwuchs der erste bewusste Winter, umso größer sind ihre Neugierde und ihr ausgelassenes Toben im Schnee. Große Pandas kommen im natürlichen Lebensraum in großer Höhe vor, wo Schnee im Winter häufig die Landschaft prägt. „Unsere Tiere sind sehr unterschiedlich an Kälte angepasst. Entscheidend ist, dass unsere Tierpflegerinnen und Tierpfleger ihr Verhalten aufmerksam beobachten und wir die Haltungsbedingungen individuell darauf abstimmen“, erklärt Zoo- und Tierparkdirektor Knieriem das Vorgehen angesichts der niedrigen Temperaturen.

So würden zum Beispiel auch die Elefanten im Zoo bei niedrigen Temperaturen die Außenanlage nutzen. Allerdings nicht so lange wie im Sommer, sie kehren schneller ins Warme zurück. „Dennoch zeigen auch sie großes Interesse am Schnee, wenn sie draußen unterwegs sind“, so Knieriem. Die Braunbären halten, anders als viele vermuten würden, ebenfalls keine Winterruhe. Dafür gibt es eine Erklärung: Weil es das ganze Jahr über ausreichend Futter gibt, sind sie nicht auf den Energiesparmodus angewiesen.
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Wer sich auf einen Spaziergang durch die verschneite Winterlandschaft in Zoo und Tierpark macht, darf ab sofort auch einen Schlitten mitbringen. Allerdings werden die Gäste gebeten, auf den Wegen zu bleiben und den Schlitten nur als Fortbewegungsmittel wie einen Bollerwagen zu nutzen. Für Tierparkbesucher gibt es noch einen weiteren Grund, unbedingt einen Streifzug zu unternehmen. Und zwar möglichst schnell noch zur Fasanerie und zum Haustierbereich. Beide Bereiche werden am 1. Februar für das Publikum geschlossen. Bei den Haustieren ist nur ein Teil von der Schließung betroffen.
Im Frühsommer kommen die Afrikanischen Elefanten an
Grund ist die Ankunft der Elefantenherde im Frühsommer. Im Tierpark Berlin entsteht gerade die größte und modernste Anlage für Afrikanische Elefanten. Um sich auf die Rückkehr der grauen Riesen vorzubereiten, finden im Tierpark aktuell Umstrukturierungen statt. Davon betroffen sind nicht nur die Tierpfleger, sondern auch Teile der Tierhaltung. „Das Ziel ist es, vorhandene Ressourcen in der Tierpflege noch gezielter einzusetzen“, heißt es aus dem Tierpark.
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Vor diesem Hintergrund werden die Fasanerie und Teile des Haustierbereichs geschlossen. Die Anlagen müssten nach den heutigen Ansprüchen der modernen Tierhaltung umgebaut werden, doch das lasse die Finanzlage des Tierparks nicht zu, heißt es. Die meisten der dort lebenden Tiere werden in den kommenden Monaten in andere Einrichtungen abgegeben. Insgesamt handelt es sich um weniger als 40 von insgesamt rund 630 Tierarten. Der beliebte Streichelzoo ist von der Schließung nicht betroffen. Mit der Reduzierung sollen für alle anderen Tiere und Anlagen mittelfristig mehr Mittel und Platz zur Verfügung stehen.
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„Wir stehen vor einem unserer größten Projekte der letzten Jahrzehnte und überhaupt in der Geschichte des Tierparks: der Rückkehr der Elefanten“, erklärt Andreas Knieriem. Die Modernisierung des Elefantenhauses sei eine große Chance für den Tierpark, der seit jeher mit knappen Ressourcen arbeitet. Die Elefanten gehörten zu den am meisten vermissten Arten und ihre Wiederkehr werde somit ein Highlight sein. Der erwartete Besucherzuwachs sei entscheidend, um künftig weitere Bereiche modernisieren und die hohen Personal-, Energie- und Instandhaltungskosten tragen zu können.






