Der Ortsteil Karlshorst in Berlin-Lichtenberg wird in diesem Jahr 130 Jahre alt. Das soll gefeiert werden – mit einem Programm aus Musik- und Kulturveranstaltungen und einem Familienfest. Das Festwochenende findet vom 22. bis 25. Mai auf dem Johann-Fest-Platz statt.
Geplant sind unter anderem verschiedene Konzerte von Jazz bis klassischer Musik, ein Auftritt der Köpenicker Hauptmanngarde, ein ökumenischer Gottesdienst, eine Führung zu historischen Orten Karlshorsts sowie ein gemeinsamer Brunch an einer 130 Meter langen Festtafel. Am Samstag wird es außerdem ein Familienfest geben. Dabei wird es zusätzlich auf dem Odesa-Platz eine Hüpfburg und Teddy-Klinik geben, organisiert vom DRK Kreisverband Müggelspree. Kinder können ihre Kuscheltiere mitbringen und verarzten lassen. Das gesamte Programm ist zeitnah auf der Seite karlshorst.de nachzulesen.

Organisiert wird das Festwochenende von verschiedenen Akteuren des Bezirks. Darunter Hochschulen, einem Familienzentrum, Bürgervereinen und Initiativen sowie der Schostakowitsch-Musikschule Lichtenberg. Bezirksbürgermeister Martin Schaefer (CDU) lobte bei der Vorstellung des Programms das zivilgesellschaftliche Engagement im Bezirk, mit dem das Fest möglich gemacht wird. „Es ist wichtig, dass wir in der heutigen Zeit fähig sind, so viele Akteure miteinander zu vereinen“, erklärte Schaefer. Gerade in einer Zeit, in der die Gesellschaft eher auseinander drifte.
Corona-Pandemie stoppte 2020 die Feierpläne
Die Festwoche ist bereits der zweite Anlauf, das Jubiläum des Ortsteils groß zu feiern. 2020 gab es bereits ähnliche Pläne für das 125-jährige Bestehen. Doch damals kam die Corona-Pandemie dazwischen. Das Fest wurde abgesagt. Nun ist die Vorfreude daher umso größer. „Karlshorst will feiern – endlich“, sagte Schaefer.
Und das auch in einer Zeit, in der sich viele Menschen Gedanken um die Sicherheit von Volksfesten machen. Erst einen Tag zuvor wurde bekannt, dass das Bölschefest in Treptow-Köpenick aufgrund von Sicherheitsbedenken in diesem Jahr wohl ausfallen muss.
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Die Sicherheit denke man selbstverständlich mit, erklärte Mario Rietz, einer der Organisatoren. Man sei dazu im engen Austausch mit der Polizei und dem Bezirksamt. Schaefer ergänzte: „Wir lassen uns von Terroristen und psychisch kranken Menschen nicht das Feiern verbieten“, sagte er. Der Johannes-Fest-Platz sei durch seine natürliche Begrenzung gut geeignet. Weitere Sicherheitsmaßnahmen seien „im Maße“ vorzunehmen. „Der Festplatz soll auch nicht zu einem Hochsicherheitstrakt werden.“
Karlshorst: Ortsteil mit bewegender Geschichte
Der Ostberliner Ortsteil blickt auf eine bewegte Vergangenheit zurück. Im Mai 1895 wurde die neue Kolonie, die damals noch außerhalb der Berliner Stadtgrenzen lag, unter damaligen Schreibweise Carlshorst gegründet. Noch heute erinnert ein Gründungsgedenkstein an der Wandlitzstraße Ecke Lehndorffstraße an die dort errichteten ersten Häuser.
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Im Laufe der Jahre entwickelte sich der Stadtteil immer weiter. Mit der Eröffnung der Rennbahn in den 1890er Jahren wurde auch ein Bahnhof errichtet. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde dieser dann an das S-Bahnnetz angeschlossen. Seitdem wuchs der Ortsteil. Durch das Groß-Berlin-Gesetz wurde Karlshorst am 1. Oktober 1920 schließlich ein Ortsteil von Berlin-Lichtenberg. Am 8. Mai 1945 erklärte die deutsche Wehrmacht in Karlshorst ihre Kapitulation im Zweiten Weltkrieg.




