Nach dem Ausbruch der Maul- und Klauenseuche (MSK) im brandenburgischen Hönow bleiben auch in Berliner Streichelzoos und Kinderbauernhöfe die Maßnahmen zur Seuchenprävention vorerst erhalten. Vor allem die östlichen Bezirke Lichtenberg und Marzahn-Hellersdorf sind vom Ausbruch der Viruserkrankung betroffen, dort mussten Betriebe vorsichtshalber schließen.
So wurde etwa der Kinderbauernhof Knirpsenfarm in Malchow am Montag bis auf Weiteres geschlossen, wie eine Mitarbeiterin der Berliner Morgenpost auf Anfrage mitteilte. Eine Tierärztin des Veterinäramts sei vor Ort und würde Proben von Schafen, Ziegen und Schweinen nehmen.
Auch der Tierhof Helle Tierarche in Marzahn-Hellersdorf schloss wegen der Tierseuche. „Wir hoffen, dass wir verschont bleiben“, sagte Leiter Monty Geiseler am Montag. Bislang gehe es allen Tieren gut. Am Freitag war ein Schaf der Tierarche gestorben, wurde anschließend aber negativ auf MKS getestet.
„Man hat Angst, dass es den eigenen Bestand treffen könnte“, sagt Geiseler. Der Betrieb finanziert sich über Spenden, die jetzt wegfallen könnten, fürchtet er. Gleichzeitig verdoppeln sich die Ausgaben: für Desinfektionsmittel und Schutzausrüstung. „Wir geben unser Bestes“, sagt er.
Beide Betriebe in Lichtenberg und Marzahn-Hellersdorf befinden sich innerhalb der Schutzzone, die um die betroffene Weide in Hönow im Landkreis Märkisch-Oderland eingerichtet wurde. Vergangene Woche war dort der erste Fall von MKS seit 1988 bestätigt worden. Drei Wasserbüffel starben in dem Tierhalterbetrieb nahe der Berliner Stadtgrenze an der Krankheit.
Die Viruserkrankung MKS ist für Klauentiere wie Rinder, Ziegen, Schweine, Schafe oder auch Alpakas hochansteckend. Für Menschen ist sie ungefährlich. Das Virus kann jedoch durch den Menschen auf andere Tiere übertragen werden. Wie und wodurch die Seuche nach Brandenburg gelangte, ist laut der brandenburgischen Landwirtschaftsministerin Hanka Mittelstädt noch unklar.
Um den Betrieb in Hönow wurde ein drei Kilometer großer Schutzkreis sowie eine zehn Kilometer große Überwachungszone eingerichtet. Der Transport von Rindern, Schweinen, Schafen, Ziegen, Büffeln sowie weiteren Klauentieren war von Samstag bis Montagnacht im gesamten Stadtgebiet verboten. In Brandenburg wurde das Verbot um 48 Stunden verlängert.
Auch Tierpark und Zoo bleiben geschlossen
Auch der Tierpark in Friedrichsfelde liegt in der Überwachungszone, dieser soll auch am Dienstag weiterhin geschlossen bleiben. Zu den empfänglichen Tieren gehören dort neben Rindern, Schafen und Schweinen auch beispielsweise Giraffen, Kamele oder Elefanten. Am Wochenende wurden laut einer Sprecherin Stichproben von den empfängliche Arten im Tierpark entnommen. Ein Ergebnis steht noch aus.
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Der Berliner Zoo bleibt am Dienstag ebenfalls vorerst geschlossen. „Wie lang die Schließung andauern wird, steht zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht fest“, teilte der Zoo mit. Da er jedoch nicht in den Radius fällt, wurden dort bisher keine Proben entnommen. Auch weitere Betriebe ergriffen vorsorgliche Schutzmaßnahmen, obwohl sie außerhalb des Überwachungskreises liegen.
So wurden die sechs Schafe und sieben Ziegen auf dem Kinderbauernhof im Görlitzer Park in Absprache mit dem Veterinäramt vorsorglich isoliert und unter Beobachtung gestellt. „Bisher zeigen die Tiere keine Anzeichen der Erkrankung“, erklärte eine Mitarbeiterin auf Anfrage.
Der Kinderbauernhof Pinke Panke in Pankow ergriff ebenfalls Schutzmaßnahmen in Form von Desinfektionsmittel, Seuchenmatten und Schutzkleidung für die Mitarbeiter. Der Betrieb wird jedoch vorerst aufrechterhalten.

Für die landwirtschaftlichen Betriebe in Brandenburg hat der Seuchenausbruch bereits wirtschaftliche Auswirkungen. „Die Maul- und Klauenseuche ist für uns Landwirte ein Supergau, wenn sie in der Fläche vorkommt“, sagte der Landesbauernpräsident, Henrik Wendorff. Das Transportverbot sei der erste wirtschaftliche Schaden, weil Ställe überbelegt seien. „Man muss sich vorstellen, das sind alles Zeitläufe und Abläufe, die getaktet sind.“
Hunderte Tiere vorsichtshalber getötet
Unter den Tierhaltern gebe es eine große Solidargemeinschaft, wie die Tierseuchenkasse, die Teile der Schäden auffange. Die Höhe der Schäden sei aber noch nicht zu beziffern. Wie Brandenburg sich verhalte, sei für Deutschland entscheidend. „Noch gehen wir von einem lokalen Ausbruch aus“, sagte Wendorff.
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Unterdessen sollten weitere Tiere aufgrund des Ausbruchs in Brandenburg getötet werden. Auf einem Betrieb in Schöneiche (Landkreis Oder-Spree) betreffe das 55 Ziegen und Schafe sowie 3 Rinder, die vorsorglich gekeult würden, sagte eine Sprecherin des Landkreises. Zuvor waren bereits rund 170 Schweine im Landkreis Barnim getötet worden, weil dieser Tierbestand in der Nähe des Ausbruchsorts liegt.




