Schummel-Vorwürfe

Lichtenberg: Evrim Sommer scheitert in zwei Wahlgängen

Evrim Sommer (Linke) fiel bei der Wahl zur Bezirksbürgermeisterin gleich zweimal durch. Sie soll ihre Biografie geschönt haben.

Evrim Sommer (Die Linke) sollte als erste Einwanderin an die Spitze eines Berliner Bezirks gewaählt werden

Evrim Sommer (Die Linke) sollte als erste Einwanderin an die Spitze eines Berliner Bezirks gewaählt werden

Foto: Jörg Carstensen / picture alliance / dpa

Bei der Wahl zur neuen Bezirksbürgermeisterin von Lichtenberg ist die favorisierte Kandidatin Evrim Sommer (Linke) am Donnerstagabend gleich zweimal durchgefallen. Unmittelbar zuvor waren Vorwürfe bekannt geworden, wonach sie ihren Lebenslauf geschönt und sich als Abgeordnete zu Unrecht als Hochschulabsolventin ausgegeben haben soll.

Nach RBB-Informationen hat die Historikerin erst in dieser Woche ihren Bachelor-Abschluss an der Humboldt erworben und nicht schon, wie von ihr angegeben, im Mai 2015.

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Sommer hätte mindestens die Unterstützung von Linker und Bündnis 90/Die Grünen in der Bezirksverordnetenversammlung haben müssen. Sie verfügen zusammen über 23 der 55 Sitze. Beide Parteien haben sich auf Grundsätze für eine Zusammenarbeit im Zeitraum 2016 bis 2021 geeinigt. Im Vorfeld hatten die Grünen angekündigt, das Vorschlagsrecht der 18-köpfigen Linksfraktion zur Wahl der Bezirksbürgermeisterin mittragen zu wollen.

Grünen-Fraktionschefin Camilla Schuler bekräftigte in der Sendung „RBB aktuell“, dass ihre Fraktion Sommer unterstützt habe und diese ungeachtet der Vorwürfe weiterhin die Kandidatin auch ihrer Partei sei. Lichtenbergs amtierende Bürgermeisterin Birgit Monteiro (SPD) sagte, die Anschuldigungen müssten geprüft werden. Der nächste Wahltermin sei noch unklar.