Das Vorhaben ist das Ergebnis des Investitionspaktes zur energetischen Gebäudesanierung. Dahinter verbirgt sich ein Energiesparprogramm des Bundes, der ein Drittel der Kosten übernimmt. Bedingung ist, dass die Kommunen selbst zwei Drittel aufbringen. Für Berlin bedeutet dies: 23 Millionen Euro kommen vom Bund, 45 Millionen Euro muss die Stadt selbst beisteuern. Noch ist diese Summe nicht vom Abgeordnetenhaus beschlossen. Deswegen sagt auch Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD): „Mir liegt sehr viel daran, dass wir das Geld des Bundes nutzen, um die energetische Sanierung von Schulgebäuden und Kindertagesstätten voranzubringen. Klimawandel und CO*-Ausstoß sind die Themen, die alle Menschen bewegen. Da ist es gut, dass wir bei Schulen und Kitas beginnen können.“
Gewaltiger Bedarf
30 bis 40 Schulen und Kitas können nach einer ersten, groben Schätzung von diesem Sanierungsprogramm ab 2008 profitieren. Das Programm erstreckt sich über fünf Jahre. Allerdings hänge die Gesamtzahl sehr von den Kosten für jedes einzelne Objekt ab, sagte Junge-Reyer. Zusammen mit der Senatsverwaltung für Bildung sollen nun Listen erstellt werden, welche Schulen vorrangig neue Fenster und Heizungen bekommen sollen. Entsprechende Kriterien werden zurzeit erarbeitet. Denn der Bedarf ist gewaltig. Der Sanierungsstau in Berlins Schulen beläuft sich mittlerweile auf etwa eine Milliarde Euro.
In den Bezirken hat schon ein Gezerre um die Millionen begonnen. Die Schulstadträtin von Steglitz-Zehlendorf, Anke Otto (Grüne), soll in einer Sitzung mit Vertretern des Senats verlangt haben, dass das Geld nach ökologischen Gesichtspunkten verteilt wird. Hintergrund ist, dass einige Bezirke befürchten, die Millionen könnten wieder nur Problemkiezen zugutekommen, obwohl es auch sanierungsbedürftige Schulen und Kitas in Bezirken wie Steglitz-Zehlendorf oder Charlottenburg-Wilmersdorf gibt. Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer sagte, sie freue sich, dass das Geld aus diesem Programm nicht ortsgebunden ist. Mit anderen Worten: Auch andere Stadtteile als Moabit, Neukölln-Nord oder Schöneberg-Nord könnten in den Genuss der Sanierungsmillionen kommen.
Erste Bezirke haben schon konkrete Listen von Schulen erarbeitet, die von der energetischen Gebäudesanierung profitieren sollen. Nach Angaben von Mittes Schulstadträtin Dagmar Hänisch (SPD) sollen vorrangig das Diesterweg-Gymnasium in Gesundbrunnen und das Französische Gymnasium in Tiergarten neue Fenster und eine bessere Isolierung bekommen. Auf der Liste des Bezirks steht auch die Rudolf-Wissell-Grundschule in Gesundbrunnen.
Neue Fenster für 2,5 Millionen Euro
In Charlottenburg-Wilmersdorf könnte nach Auskunft des Schulamtes in fast allen Schulen durch Sanierung noch viel Energie gespart werden. Als Beispiel nannte ein Beamter das Goethe-Gymnasium in Wilmersdorf, wo die denkmalgerechte Erneuerung der Fenster 2,5 Millionen Euro kostet. In Neukölln soll laut Schulstadt Wolfgang Schimmang (SPD) unter anderem die Sonnen-Grundschule am Dammweg saniert werden, wo die Sporthalle eine neue Gebäudehülle erhalten soll. Die gleiche Sanierung braucht auch die Sporthalle des Albert-Schweitzer-Gymnasiums am Hermannplatz. Die Grundschule in der Köllnischen Heide besitzt 30 Jahre alte Fenster, die dringend erneuert werden müssen. Auch in der Walter-Gropius-Schule, einer Gesamtschule an der Fritz-Erler-Allee, sind die Fenster undicht.
Junge-Reyer verwies auch auf die jährlich 41 Millionen Euro des Sport- und Schulstättensanierungsprogramms, das die Bezirke weiter nutzen können. Dieses bekannte Programm soll mit dem Vorhaben zur Energieeinsparung abgestimmt werden.


