Sturmschäden

„Xavier“ und die Dürre: Sorge um die Bäume der City West

Das Bezirksamt befürchtet starke Schäden an den Stadtbäumen. Schuld ist nicht nur Sturm "Xavier", sondern auch die Dürre.

Das Sturmtief "Xavier" hat im Oktober 2017 beträchtliche Schäden in den Wälder und Parks sowie Straßenbäumen verursacht.

Das Sturmtief "Xavier" hat im Oktober 2017 beträchtliche Schäden in den Wälder und Parks sowie Straßenbäumen verursacht.

Foto: Ralf Hirschberger / ZB

Charlottenburg-Wilmersdorf. Zehn Monate ist es her, dass der Sturm Xavier in Berlin gewütet hat. Die offensichtlichen Schäden sind beseitigt, an den weniger sichtbaren wird noch immer gearbeitet. Noch immer ist nicht in allen Bezirken klar, wie hoch genau die Schadenssumme ist, die das Unwetter Berlin hinterlassen hat. In Charlottenburg-Wilmersdorf hat Umweltstadtrat Oliver Schruoffeneger (Grüne) nun ermittelt, dass bei der Schadensbeseitigung die Summe von 500.000 Euro überschritten worden ist. 400.000 Euro davon muss der Bezirk aus seiner Mittelzuweisung vom Senat selbst tragen.

Bereits 2017 hat der Bezirk 492.794 Euro für die Beseitiung vom Sturmschäden ausgegeben, davon wurden 100.000 Euro von der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz finanziert. Die restlichen Mittel muss der Bezirk sich vom regulären Unterhalt für die Grünflächen absparen. 2018 hat die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz noch einmal 100.000 Euro für die Beseitigung von Sturmschäden zur Verfügung gestellt. Doch das reicht Schruoffeneger zufolge noch lange nicht aus.

400.000 Euro aus dem Topf für die reguläre Grünflächenpflege des Bezirks

„Die Schadensbeseitigung von Xavier hat das Grünflächenamt 2017 erheblich in Anspruch genommen. So gut die bisherigen Finanzzusagen des Landes auch sind, der bezirkliche Einsatz von fast 400.000 Euro an eigenen Mitteln im Jahr 2017 muss die absolute Ausnahme bleiben“, sagt Schruoffen­eger. Das Land Berlin brauche ein Verfahren, in dem künftig solche Sonderereignisse auch zusätzliche Finanzmittelzuweisungen zur Folge haben.

Erhebliche Baumschäden wegen der Dürre erwartet

Wie die meisten Bezirke hat „Xavier“ Charlottenburg-Wilmersdorf flächendeckend getroffen. „Parks, Friedhöfe, Straßenbäume. Es gab kein Zentrum, es war alles dabei“, sagt Dagmar Elbrandt vom Grünflächenamt. Noch längst seien nicht alle Folgen beseitigt. „Es sind ja auch nicht alle Bäume gleich umgefallen, viele haben Risse oder andere Beschädigungen erhalten. Da sehen wir jetzt erst, wenn ein Ast abtrocknet, dass da etwas nicht stimmt.“ Doch nicht „Xavier“ allein bereitet Elbrandt Kopfzerbrechen. „Die aktuelle Trockenheit wird erhebliche Auswirkungen auf die Qualität des Baumbestandes haben. Alle Bäume, die nicht tief genug ins Grundwasser reichen, werden wir im nächsten Jahr als Totholz erkennen. Dann wird man gar nicht mehr unterscheiden könne, was Xavier und was die Dürre war.“

© Berliner Morgenpost 2018 – Alle Rechte vorbehalten.