Der Blücherplatz in Kreuzberg ist endgültig Geschichte: Heute (16. Oktober 2026) wird der Platz vor der Zentral- und Landesbibliothek in Eva-Mamlok-Platz umbenannt. Damit sollen der antifaschistische Widerstand der Berlinerin mit einem Netzwerk jüdischer Frauen geehrt und zugleich Frauen der Geschichte sichtbarer gemacht werden, hieß es zuvor in einer Mitteilung.

Die Umbenennung des Eva-Mamlok-Platzes erfolgt mit der Enthüllung eines Gedenkzeichens für die 1918 geborene Jüdin auf dem Platz vor der Bibliothek und wird anschließend im Pop-up-Saal der Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB) gefeiert.

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„Mit der Benennung des Platzes nach Eva Mamlok würdigt der Bezirk eine beeindruckende Frau. Der Eva-Mamlok-Platz macht den jüdischen und weiblichen Widerstand in unserem Bezirk sichtbar und gibt ihm einen festen Ort in unserer Erinnerungskultur“, sagte Bezirksbürgermeisterin Clara Herrmann (Bündnis90/Die Grünen).

Eva Mamlok wurde 1944 nach Deportation und Zwangsarbeit ermordet

Mamlok war eine Kreuzberger Widerstandskämpferin gegen den Nationalsozialismus, die nach Deportationen und Zwangsarbeit am 23. Dezember 1944 in Stutthof ermordet wurde. „Das Andenken an Eva Mamlok ist Mahnung: Jüdisches Leben gehört zu unserem Bezirk. Gleichzeitig ist es ein Auftrag für die Gegenwart, konsequent gegen Antisemitismus einzutreten“, erklärte Herrmann.

Das rassistische Erbe unserer Straßennamen

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    Bereits im Juni 2025 hatte die Bezirksverordnetenversammlung Friedrichshain-Kreuzberg die Umbenennung des Platzes nahe des U-Bahnhofes Hallesches Tor beschlossen. Die am 7. April 1884 nach Gebhard Leberecht von Blücher, Fürst von Wahlstatt, vorgenommene Platzbenennung wird damit aufgegeben.

    Von der Umbenennung betroffen sind drei Häuser

    „Der zentrale Platz am Halleschen Tor in Kreuzberg soll künftig nicht mehr den Namen eines Feldherrn der Befreiungskriege gegen Napoleon tragen, sondern es wird dort eine Persönlichkeit des weiblichen und jüdischen Widerstandes gegen den Nationalsozialismus geehrt“, hieß es in der Begründung zum Umbenennungsantrag im Januar 2025.

    Und weiter: „Um die Dominanz der frankophoben und militaristischen früheren Straßenbenennungspraxis zu relativieren, ist eine andere Akzentsetzung bei der Straßen- und Platzbenennung anzustreben, die dem heutigen antinationalistischen und antifaschistischem Grundkonsens entspricht.“

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    Zudem sei Blücher mit der teils mehrspurigen 1,5 Kilometer langen Blücherstraße im Bezirk bereits prominent vertreten. Von der Umbenennung betroffen sind drei Häuser: die Amerika-Gedenkbibliothek, ein Gebäude, das ein Restaurant und einen Optiker beherbergt, sowie jenes große Gebäude, in dem sich ein Einrichtungshaus befindet.