Mitarbeiter der Berliner Wasserschutzpolizei und des Ordnungsamts haben am Mittwochmorgen einen Großteil der Schwan-Kadaver aus dem Landwehrkanal in Kreuzberg geborgen. Auf Höhe des Urban-Krankenhauses waren zuletzt etwa zehn tote Schwäne auf der Eisfläche des Kanals zu sehen. Eine Bergung der Kadaver war aufgrund der Witterungsbedingungen nicht gefahrlos möglich.
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Das einsetzende Tauwetter dürfte nun zu den neuen Bergungsversuchen geführt haben. Die Mitarbeiter nutzten zur Bergung Schlingen und sicherten sich dabei mit Seilen. Reporter vor Ort beobachteten, dass die meisten Kadaver auf diese Weise aus dem Landwehrkanal geholt werden konnten. Allerdings verblieben auch nach der Bergung noch vereinzelt tote Schwäne auf dem Eis, hieß es vor Ort.

Tote Schwäne im Landwehrkanal: Rätsel um Ursache
Für den Tod der Schwäne gibt es mehrere mögliche Ursachen, wie Berlins Wildtierexperte Derk Ehlert erklärt. Zum einen zirkuliere unter Wildvögeln in Berlin nach wie vor die Vogelgrippe. Nach Angaben der Verbraucherschutzverwaltung sind zuletzt 14 Wildvögel positiv auf das hoch ansteckende Virus getestet worden, darunter viele Schwäne.

Zum anderen könnte tatsächlich das Wetter eine Rolle spielen. „Höckerschwäne sind Vegetarier und suchen ihr Futter unter Wasser“, sagt Ehlert. Momentan seien aber viele Gewässer zugefroren, es gebe weniger offene Wasserstellen, an denen die Schwäne nach Nahrung fischen könnten. Ist eine Stelle abgegrast, fliegen die Tiere normalerweise einfach an einen anderen Ort, wie Ehlert erklärt. Am Landwehrkanal würden die Schwäne aber von Menschen mit Brot und ähnlichem zugefüttert - und blieben.
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Für die Tiere kann das fatale Folgen haben. Brot fülle den Magen der Schwäne, mache sie aber nicht satt. Die Tiere könnten dann trotz der falschen Zufütterung verhungern, sagt Ehlert. Zugefüttert werden dürfe, wenn überhaupt, dann nur mit speziellem Futter für Wassergeflügel.
Kann es sein, dass die Tiere in der Eisfläche eingefroren sind und deswegen starben? „Ein gesunder Schwan friert in der Regel nicht ein“, meint Ehlert. Wenn das Tier geschwächt sei, könne das aber durchaus passieren. Es könnte also auch eine Verkettung von mehreren Umständen zum Tod der Tiere geführt haben.
bee/dpa



