Mahatma Gandhi ohne Brille? Nicht vorstellbar! Das schmucklose Gestell, das heutzutage auch als Kassenleistung durchginge, gehört als ikonisches Accessoire zu dem 1948 von einem Hindu-Fanatiker erschossenen Freiheitskämpfer wie das Ashoka-Rad auf die indische Fahne. Natürlich schmückt die Sehhilfe im zeittypischen Windsor-Stil auch die von dem Bildhauer Shri Gautam geschaffene Bronzebüste Gandhis im Berliner Mauermuseum.
Schmückte, muss man nun sagen, denn wie die Berliner Polizei am Montag mitteilte, wurde das 23 Zentimeter breite und sechs Zentimeter hohe Gestell ohne Glaseinsätze gestohlen, Gandhi dreist von der Nase stibitzt. Die Polizei grenzt den Zeitraum des Diebstahls ein, zwischen dem 2. und 6. August soll er passiert sein. Die Polizei bittet um Hinweise unter der Telefonnummer 030/4664 944 405.
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Möglicherweise hat ein vorwitziger Besucher der Dauerausstellung „Von Gandhi bis Walesa“ die Brille als Andenken mitgenommen. Vielleicht hat der Täter aber auch gelesen, dass 2020 eine vermeintliche Brille Gandhis im englischen Bristol für etwa 288.000 Euro versteigert wurde. Dem Täter sei versichert: So viel ist die Bronze-Sehhilfe sicher nicht wert. Der Raub sorgt nur dafür, dass der Bronze-Gandhi nun ohne Durchblick im Mauermuseum am Checkpoint Charlie sitzt.
tok


