Vor rund vier Jahren wurden Forderungen in der Nachbarschaft laut, etwas gegen den Durchgangsverkehr am Görlitzer Ufer in Friedrichshain-Kreuzberg zu unternehmen. Am Montag stellte Verkehrsstadträtin Annika Gerold (Grüne) die letzte einer Reihe von Baumaßnahmen vor, die das umsetzen, was die Menschen aus der Umgebung lange verlangt hatten. Unmittelbar am Görlitzer Park entsteht bis Ende des ersten Quartals kommenden Jahres eine grüne Erholungszone, die einzig Fußgängern und Radfahrern vorbehalten ist.

Für rund 440.000 Euro ist jetzt einiges geplant. Auf 300 Metern Länge entsteht ein vier Meter breiter Radweg, der per Markierung für beide Richtungen ausgewiesen ist. Daneben ist der Asphalt bereits entfernt. Dort wird Grün gepflanzt. Darüber hinaus kommen auf den Gehwegbereich sechs Sportgeräte, etwa ein Crosstrainer. Bei Bürgerbefragungen war diese Forderung von Anwohnern geäußert worden. Ebenfalls installiert werden zwölf Bänke im üblichen Berliner Look.
In Friedrichshain-Kreuzberg wird neben dem Görlitzer Park gebaut
Stadträtin Gerold unterstrich, dass damit die vom Senat zwecks Stadtverschönerung zur Verfügung gestellten Mittel rechtzeitig investiert werden. Bedauerlich sei für den Bezirk, dass der neue Senat diese Mittel im kommenden Jahr nicht mehr auflege.
Während der aktuellen Diskussion um die vom Regierenden Bürgermeister Kai Wegner (CDU) und von Innensenatorin Iris Spranger (SPD) favorisierten Umzäunung des Görlitzer Parks bekommt eine langfristige Veränderung eines angrenzenden Bereichs neue Bedeutung. Wie berichtet, hatte etwa die Co-Fraktionschefin der CDU in der BVV, Ulrike von Rekowsky, im Vorfeld erklärt, dass die geplante Umzäunung aus Sicherheitsgründen möglicherweise um den nun umzubauenden Bereich erweitert werden muss.
Keine Umzäunung um den neuen Erholungsbereich am Görlitzer Park
Am Montag wies Verkehrsstadträtin Gerold dies jedoch zurück. Bei dem neuen Grünbereich am Görlitzer Park handele es sich um öffentliches Straßenland. Der Park dagegen sei Grünanlage. Diese Trennung bleibe auch bestehen, wenn die jetzige Baustelle zukünftig eher Freizeit- und Erholungsbereich ist.
Die Senatsumweltverwaltung hatte am Freitag mitgeteilt, man habe die landeseigene Grün Berlin GmbH beauftragt, den Park mit einer Umfriedung auszustatten. Dabei soll die bestehende Mauer repariert werden. Zugänge, etwa jener an der Ecke Görlitzer Ufer und Görlitzer Straße, sollen abschließbare Tore bekommen. Gerold betonte erneut, dass sie einen Zaun ablehne.
Anwohner forderten eine Schließung des Görlitzer Ufers
Der Impuls für die endgültige Schließung der Straße Görlitzer Ufer für Autos kam aus der Anwohnerschaft des Wrangelkiezes. Als solche war am Montag auch die Geschäftsführerin der Grünen-Fraktion im Bezirksparlament, Iris Burkhardt zur Baustelle gekommen. Sie erinnerte daran, dass Kiez und Straße lange übermäßig von Durchgangsverkehr betroffen waren. Denn auf diesem Weg konnten Autofahrer am Stau vorbei etwa von Neukölln via Kreuzberg zur Oberbaumbrücke nach Friedrichshain gelangen.
Immerhin war das Ufer seit 2002 Einbahnstraße, was aber oft nicht eingehalten wurde. Erste Entlastung schuf dann die Installation von Pollern auf der Wrangelstraße 2019. Der jetzige Umbau ist der letzte Schritt. Damit der Radweg nicht von Autos befahren werden kann, werden dort umlegbare Sperren installiert. So können zumindest Rettungsfahrzeuge und Polizei die Strecke bei Einsätzen nutzen.


