Die Mehrheit der Berlinerinnen und Berliner ist der Ansicht, dass der von dem Regierenden Bürgermeister Kai Wegner (CDU) geplante Zaun um den Görlitzer Park nicht zu mehr Sicherheit führen wird. Das ergab eine von der Berliner Morgenpost in Auftrag gegebene Studie, für die zwischen dem 29. September und 8. Oktober rund 1000 Berliner Bürgerinnen und Bürger ab 18 Jahren befragt wurden.

Nur knapp ein Drittel der Befragten ist der Ansicht, dass der Zaun zu mehr Sicherheit führen wird, während 59 Prozent der Meinung sind, dass der Zaun die Sicherheit nicht steigern werde. Elf Prozent der Befragten gab an, dass sie in dieser Frage unentschieden sind.

Görlitzer Park: Wegner will mit Zaun Drogenhandel bekämpfen

Wegner hatte angekündigt, dass spätestens Anfang 2024 ein Zaun um den Park stehen solle, um ihn nachts abschließen zu können. Damit solle der Drogenhandel bekämpft und der Park sicherer werden. Dafür sollen die Zugänge zum Görlitzer Park mit Toren ausgestattet werden, die zeitweise abgeschlossen werden können.

Der Park werde „in kriminaltechnisch erforderlichem Umfang umfriedet und temporäre Schließungen werden ermöglicht“, so Wegner. Als erfolgreiches Beispiel nennt der Regierende Bürgermeister unter anderem das Tempelhofer Feld: „Auch der Zaun um das Tempelhofer Feld wird nachts geschlossen, dort gibt es keine Drogenkriminalität.“ Doch die Umzäunung ist umstritten.

Bezirk sieht die Umzäunung kritisch

Die Bezirksbürgermeisterin von Friedrichshain-Kreuzberg, Clara Herrmann (Grüne), sieht die Umzäunung kritisch. Sie befürchten eine Verlagerung des Drogenhandels in das umliegende Wohngebiet. Neben der geplanten Umzäunung des Parks wurde sich bei einem Treffen zwischen Senat und Bezirk im September auf einen weitreichenden Ausbau sozialer Angebote verständigt.

Mehr Drogenkonsumräume sollen die Süchtigen von den Straßen locken und eine größere Zahl Sozialarbeiter sich um Suchtkranke kümmern und Anwohner unterstützen. Außerdem sollen öffentliche Toiletten mit Personal besetzt werden. Zudem solle der „Görli“ belebt werden – dabei denkt man an mehr Sportmöglichkeiten und Gastronomie.

Auch die Polizeipräsenz soll deutlich verstärkt werden und ein weiterer Umbau des in den 1980er-Jahren zum Park gewordenen Kreuzberger Bahnhofsgeländes ist geplant: Büsche und Sträucher sollen zurückgeschnitten werden, um es den Dealern zu erschweren, die Drogen zu verstecken.

Hinweis: Civey hat für die Funke Mediengruppe vom 29.9. bis 8.10.2023 online rund 1000 Berlinerinnen und Berliner (Bundesbürgerinnen und Bundesbürger ab 18 Jahren) befragt. Die Ergebnisse sind aufgrund von Quotierungen und Gewichtungen repräsentativ unter Berücksichtigung des statistischen Fehlers von 5,4 Prozentpunkten (Gesamtergebnis). Hier geht's zur Methodik von Civey.