Zeugen-Aufruf

Angriffe auf Polizisten an der Rigaer Straße: Zeugen gesucht

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Im Video: Polizeieinsatz an der Rigaer Straße 94

Im Video: Polizeieinsatz an der Rigaer Straße 94

Am 17. Juni sollte der Brandschutz in der Rigaer Straße 94 geprüft werden. Die Polizei war mit einem Großaufgebot im Einsatz.

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Bei den Ausschreitungen wurden 63 Polizisten verletzt. Die Polizei sucht Fotos und Videos von den Ausschreitungen und bittet um Mithilfe.

Berlin. 63 Polizisten sind am Mittwoch bei den massiven Ausschreitungen an der Rigaer Straße in Friedrichshain verletzt worden. Zwei von ihnen mussten ihren Dienst beenden und im Krankhaus behandelt werden.

Der Polizeiliche Staatsschutz des Landeskriminalamtes ermittelt zu den Attacken auf die Einsatzkräfte und bittet um Mithilfe. Die Ermittlerinnen und Ermittler fragen:

  • Wer hat am 16. Juni 2021 Foto- oder Videoaufnahmen von den Ausschreitungen in der Rigaer Straße gefertigt und kann diese der Polizei Berlin zur Verfügung stellen?
  • Wer kann sonst sachdienliche Hinweise zu den begangenen Taten oder möglichen Tatverdächtigen geben?

Dateien und Hinweise nimmt der Polizeiliche Staatsschutz des Landeskriminalamtes per E-Mail oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.

Rigaer Straße in Friedrichshain: Die Bilanz der Berliner Polizei

  • Gegen 10.30 Uhr errichteten eine 50-köpfige Gruppe auf der Fahrbahn der Rigaer Straße und in der Nähe Hindernisse und Barrikaden und setzten diese teilweise in Brand. Die Vermummten bewarfen Einsatzkräfte massiv, sowohl aus nächster Nähe als auch von den Dächern mehrerer Häuser, mit Steinen und Flaschen und beschossen sie mit Pyrotechnik.
  • Zum Löschen zur Räumung der Fahrbahn setzte die Polizei einen Wasserwerfer und ein Räumpanzer ein. Vereinzelt gab es Sprühstöße in Richtung von Personen, die den Wasserwerfer gezielt mit Steinen beworfen hatten. Einsatzkräfte der Feuerwehr löschten einen brennenden Müllcontainer.
  • Gegen 13.30 Uhr entdeckten Polizisten auf dem Dach eines Hauses an der Rigaer Straße umfassende Steindepots und stellten diese sicher. Ein Polizeihubschrauber kam zum Einsatz.
  • Insgesamt nahmen die Einsatzkräfte vier Personen fest. Darunter befand sich ein Mann, dem vorgeworfen wird, Steine auf Einsatzkräfte geworfen und dabei ein Auto beschädigt zu haben. Der 41-Jährige, der bei der Tatausführung stark betrunken war, soll am Donnerstag einem Richter zum Erlass eines Haftbefehls wegen Landfriedensbruchs überstellt werden. Die weiteren, noch andauernden Ermittlungen führt der Polizeiliche Staatsschutz des Landeskriminalamtes.

Kommentar: Die Rigaer 94 muss geräumt werden

Rigaer Straße: Kundgebungen in Friedrichshain

  • An der Liebigstraße versammelten sich unter dem Motto „Gegen Willkür in der Rigaer Straße“ gegen 12.50 Uhr in der Spitze bis zu 50 Personen. Die Kundgebung lief unter Einhaltung der Hygienevorschriften störungsfrei ab und wurde von dem Versammlungsleiter um Mitternacht beendet.
  • Ebenfalls störungsfrei verlief ein Aufzug, der sich unter dem Motto „Für das Vorkaufsrecht der Häuser Schönhauser 135 und Alte Schönhauser 26 und andere Häuser in der gleichen Situation“ gegen 19 Uhr formierte und mit rund 90 Teilnehmerinnen und Teilnehmern in Bewegung setzte. Der Aufzug wuchs im weiteren Verlauf auf rund 200 Personen und erreichte gegen 20.15 Uhr in der Alten Schönhauser Straße seinen Endplatz. Rund eine Stunde später fanden sich keine ehemaligen Versammlungsteilnehmenden mehr am Ort.
  • Kurz vor 21 Uhr folgten rund 25 Personen einem Aufruf im Internet und trafen sich unter dem Motto „Unsere Solidarität ist stärker als ihre Repression!“ am Scheidenplatz. Die Anzahl der Teilnehmer stieg im weiteren Verlauf in der Spitze auf bis zu 300 Personen an. Sie riefen polizeifeindliche Sprüche und skandierten Ausrufe, die im Zusammenhang mit der geplanten Brandschutzbegehung in der Rigaer Straße stehen. Gegen 21.30 Uhr versuchte sich ein Teil der Personengruppe mit einem Transparent in Richtung Rigaer Straße zu bewegen und wurde von Einsatzkräften gestoppt. Die Kundgebung wurde schließlich gegen 22 Uhr vom Versammlungsleiter beendet.

Rigaer Straße: Ereignisse in der Nacht zu Donnerstag

  • Gegen 20.20 Uhr warf ein unbekannter Radfahrer an der Kreuzung Rigaer Ecke Proskauer Straße einen Farbbeutel auf ein Einsatzfahrzeug der Polizei und traf über das geöffnete Fenster einen Polizeibeamten, der dabei eine Hautreizung erlitt. Die Einsatzkräfte leiteten ein Strafermittlungsverfahren wegen Tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte ein.
  • Gegen 22.30 Uhr zündeten Unbekannte aus einer Gruppe von rund 30 Personen heraus an der Kreuzung Rigaer Ecke Samariterstraße einen Nebeltopf. Während der Begleitung der Personen in Richtung Frankfurter Allee warf ein ebenfalls Unbekannter aus der Gruppe heraus einen Stein in Richtung eines Polizeifahrzeugs und beschädigte es.
  • An der Wollankstraße in Pankow beschädigte ein Unbekannter gegen 1.20 Uhr die Fensterscheibe eines Immobilienmaklers und flüchtete anschließend unerkannt in Richtung Florastraße.
  • Gegen 2.20 Uhr beobachtete eine Passantin in der Dudenstraße in Schöneberg, wie zwei vermummte Personen diverse Fenster einer Firma, die Apartments anbietet, beschädigten sowie die Hausfront und einen Seiteneingang mit verschiedenen Schriftzügen beschmierten. Anschließend entfernte sich das Duo unerkannt in unbekannte Richtung.
( bee )