Verkehr

An der Warschauer Straße ist der zweite Bahnsteig fertig

Die Bauarbeiten am S-Bahnhof laufen bereits seit 13 Jahren. In der zweiten Jahreshälfte 2019 soll alles komplett sein.

Der S-Bahnhof Warschauer Straße wird ab Sonntag auf vier statt zwei Gleisen angesteuert.

Der S-Bahnhof Warschauer Straße wird ab Sonntag auf vier statt zwei Gleisen angesteuert.

Foto: imago stock / PEMAX/imago stock

Zu den Dauerbaustellen im Berliner Bahnnetz gehört der S-Bahnhof an der Warschauer Straße. Er ist sozusagen der kleine Bruder vom Ostkreuz. Veränderungen dort haben immer auch Auswirkungen auf die nur wenige Hundert Meter entfernt gelegene Nachbarstation.

Wegen akuter Baumängel hatte die Bahn bereits Ende 2004 Teile des maroden Zugangsgebäudes zum Bahnhof sperren müssen. Das Empfangsgebäude und die Bahnsteigzugänge wurden Anfang 2005 abgerissen. Mehr als ein Jahrzehnt mussten die Reisenden über provisorische Treppenanlagen zu den Bahnsteigen der S-Bahn gehen. Denn das geplante neue Bahnhofsgebäude ließ auf sich warten.

Mehrfach mussten die Planungen korrigiert werden, was mehrmonatige Bau-Unterbrechnungen zur Folge hatte. Für die stetig wachsende Zahl von Fahrgästen (aktuell mehr als 40.000 am Tag), die wegen der Nähe zu den Party-Locations in Friedrichshain (wie dem RAW-Gelände) und zur Mercedes-Benz Arena an der Warschauer Straße ein- und aussteigen, bedeutete dies vor allem ein konstantes Baustellen-Feeling.

Aufzüge sind noch im Bau

Immerhin: Im August 2017 nahm die Bahn den ersten von zwei geplanten neuen Bahnsteigen in Betrieb. Nun soll der zweite, nördliche Bahnsteig folgen. Dies ist zugleich Voraussetzung für den viergleisigen S-Bahn-Betrieb zwischen Ostkreuz und Ostbahnhof, der am heutigen Sonntag regulär aufgenommen wird. Auch an der Warschauer Straße gibt es nun Richtungsverkehr: An dem einen Bahnsteig halten alle stadteinwärts fahrenden Züge, auf dem anderen die aus der Stadt herausfahrenden.

Ende des Jahres sollte eigentlich auch das neue Empfangsgebäude für den Bahnhof fertiggestellt sein. Die benachbarte U-Bahn-Station soll dann über einen seitlich aus der Halle führenden Fußgängersteg erreichbar sein. Doch laut Bahnsprecher Michael Baufeld gehen die Arbeiten an der Station erst einmal weiter. So sind die Aufzüge noch im Bau, der Ausbau der „Vermietungseinheiten“ im Eingangsgebäude soll erst Anfang 2019 starten. Das einst geplante Fast-Food-Restaurant (und damit auch eine Bahnhofstoilette) wird nicht kommen, stattdessen zieht ein Supermarkt ein. Voraussichtlich werde alles erst in der zweiten Jahreshälfte 2019 komplett sein. Die Aufzüge sollen „zeitnah“ in Betrieb gehen, sagte der Bahnsprecher.

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