Wohnraum

Besetzer der Großbeerenstraße 17a dürfen bleiben - vorerst

Die Eigentümer der Immobilie gewähren voraussichtlich bis November Aufschub. Bis dahin wird weiter verhandelt.

Das Haus an der Großbeerenstraße

Das Haus an der Großbeerenstraße

Friedrichshain- Kreuzberg. Bis in die Nacht hinein wurde verhandelt. Im Fall des seit dem 8. September zum Teil besetzten Hauses an der Kreuzberger Großbeerenstraße 17a trafen am Donnerstag die Eigentümer mit den Besetzern, der "Hausprojektgruppe Großbeerenstraße", zusammen. Kurzfristig ging es dabei um den bis 14. Oktober geltenden Zwischennutzungsvertrag, der der Projektgruppe den Verbleib im Haus, genauer, in der besetzten Wohnung sichert.

Der Eigentümer, die Aachener Siedlungs- und Wohnungsgesellschaft, prüft jetzt eine Verlängerung. Ein nächster Gesprächstermin ist am 22. Oktober. Max Polder, Sprecher der Besetzer, erklärte, Ziel sei eine Verlängerung bis mindestens Mitte November. Dann ist im Gebäude eine Kiezversammlung mit Besetzern und Anwohnern vorgesehen. Dabei soll es um den Stand der Verhandlungen sowie um alternative Wohnformen im Bezirk gehen.

Moderiert wurde die Begegnung am Donnerstag von den Grünen-Politikern Canan Bayram (Bundestag), Katrin Schmidberger (Abgeordnetenhaus) und Julian Schwarze (Fraktionsvorstand im Bezirk). Schmidberger sagte, das Gespräch sei konstruktiv verlaufen. Der Eigentümer habe sich zudem bereit erklärt, zu prüfen, ob der Projektgruppe eine weitere Wohnung im seit Dezember 2014 leer stehenden Haus überlassen werden kann. Die Räume sollen als Kieztreff und Informationsort dienen. Momentan kommen Interessierte dafür vor dem Haus zusammen. Schmidberger sagte, eine Räumung der Wohnung durch die Polizei sei nicht zu erwarten. "Das wäre absurd, da sich die Eigentümer auf einen Gesprächsprozess eingelassen haben", so die Grünen-Abgeordnete.

Langfristig wollen die Besetzer das Gebäude Sprecher Polder zufolge in eine andere Eigentumsform bringen, etwa eine Genosenschaft. Die Aachener Siedlungs- und Wohnungsgesellschaft dagegen plante im Haus ein soziales Projekt für obdachlose Frauen mit vorübergehenden Unterkünften und Beratungsmöglichkeiten. Zwei Gewerberäume waren als Anlaufstelle für die Frauen vorgesehen.

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