Bis zuletzt hatten eine Bürgerinitiative und der Verein Naturfreunde Deutschland versucht, den Bau von Wohnungen auf einer Industriebrache in Friedrichshain zu verhindern. Das Verwaltungsgericht Berlin wies den Antrag auf Baustopp jedoch im Juli 2015 ab. Ende des vergangenen Jahres rückten die Bagger an der Boxhagener Straße an.

Auf dem einstigen Gewerbeareal entsteht derzeit ein modernes Stadtquartier. 640 Wohnungen, 8500 Quadratmeter Büro- und 2000 Quadratmeter Einzelhandelsfläche wird es auf dem Gelände geben. 2018 soll das Stadtquartier nach Plänen des Bauträgers Bauwert AG fertig sein.

So soll die Bebauung auf dem Areal einmal aussehen
So soll die Bebauung auf dem Areal einmal aussehen© Bauwert | Bauwert

Teile des Quartiers (226 Wohnungen) kaufte die Patrizia Immobilien AG von Bauwert. Ein weiterer Teil mit 122 Wohnungen ging an die landeseigene Howoge. 90 dieser Wohnungen sollen zu einem moderaten Preis vermietet werden. Die Rede ist von 6,50 Euro pro Quadratmeter, wie der Friedrichshainer SPD-Abgeordnete Sven Heinemann auf seiner Facebookseite erklärte. „Eine solche Kooperation zwischen einem privaten Projektentwickler und einem kommunalen Wohnungsunternehmen zur Entwicklung eines ganzheitlichen Quartiers ist beispielgebend auf dem Berliner Wohnungsmarkt“, lobt Heinemann.

Herzstück des Areals soll ein großer öffentlicher Stadtgarten werden, um den sich sechs Einzelquartiere gruppieren. Ein Name für den Platz ist bereits gefunden. Auf Heinemanns Initiative wird er Siegfried-Hirschmann-Platz heißen. Der jüdische Fabrikant gründete 1890 die Deutschen Kabelwerke, die 1933 von den Nazis arisiert wurden. Zu DDR-Zeiten befanden sich auf dem Areal die VEB Gummiwerke, nach der Wende bis zum Umzug nach Adlershof hatte der Autozulieferer Freudenberg dort seinen Sitz.

tok