Protest in Friedrichshain

Linksextreme demonstrieren gegen Einsatz an der Rigaer

Unterstützer der Bewohner der Rigaer Straße 94 wollen am Sonntag durch Friedrichshain ziehen. Es soll nicht die letzte Demo bleiben.

Vor der Hausnummer 94 türmt sich Müll. Am 13. Januar gab es hier einen Großeinsatz der Polizei

Vor der Hausnummer 94 türmt sich Müll. Am 13. Januar gab es hier einen Großeinsatz der Polizei

Foto: David Heerde

Mehrere linke und linksextreme Gruppen wollen am Sonntag in Friedrichshain gegen den polizeilichen Großeinsatz vor zweieinhalb Wochen in der Rigaer Straße demonstrieren. Wie eine Polizeisprecherin am Sonnabend mitteilte, wurde der Aufzug von mehreren Einzelpersonen angemeldet.

Die Veranstalter erwarten 200 Teilnehmer, die Demonstranten wollen ab 15 Uhr von der Rigaer Straße durch die Niederbarnimer Straße und die Simon-Dach-Straße zum Endpunkt an der Wedekindstraße ziehen. Die Polizei werde mit einem angemessenen Kräfteaufgebot vor Ort sein, sagte die Sprecherin weiter.

Kommentar: Die richtige, die harte Reaktion

Größere Mobilisierungen zu der Demonstration hat es im Internet bislang nicht gegeben. „Verglichen mit dem, was auf einschlägigen Internetforen kurz nach dem Polizeieinsatz los war, ist es momentan vergleichsweise ruhig“, sagte ein Beamter des Staatsschutzes der Berliner Morgenpost. Daraus ließen sich allerdings kaum Rückschlüsse auf mögliche Risiken und drohende Ausschreitungen ziehen, warnte der Staatsschützer: „Im Moment sieht es lediglich so aus, als sei die gewaltbereite Szene einfach nur vorsichtiger mit öffentlichen Ankündigungen und Aufrufen.“

Anders als zu der Demonstration am Sonntag wird für eine weitere Veranstaltung am kommenden Sonnabend ebenfalls in Friedrichshain bereits seit längerem intensiv in der Szene mobilisiert. Auch bei dem Aufzug soll gegen die polizeilichen Maßnahmen im Haus Rigaer Straße 94 demonstrieret werden.

Reportage: Willkommen im Gefahrengebiet

Am 13. Januar hatte die Polizei mit einem Großaufgebot von mehr als 500 Beamten in dem Gebäude Durchsuchungen vorgenommen. Vorangegangen war der Maßnahme ein wenige Stunden zuvor erfolgter Angriff mehrerer vermummter Personen auf einen einzelnen Polizisten. Die Täter waren anschließend in das Haus Rigaer Straße 94 geflohen.