In Kreuzberg haben etwa 100 Menschen kurzzeitig die Cuvry-Brache besetzt. Wie die Polizei am Montag auf Anfrage mitteilte, stürmte die Menschenmenge am Sonntagabend gegen 21.30 Uhr das Gelände und entzündete Lagerfeuer. Anwohner alarmierten daraufhin die Feuerwehr, die das Feuer in kurzer Zeit löschte, ohne dass die Einsatzkräfte von den Eindringlingen behindert wurden. Als die inzwischen ebenfalls eingetroffene Polizei die Menschen zum Verlassen des Geländes aufforderte, folgten die Besetzer zwar der Aufforderung, versammelten sich aber, unterstützt von weiteren 50 Menschen, auf der angrenzenden Schlesischen Straße. Da die eingesetzten Beamten eine Spontandemonstration befürchteten, wurden weitere Kräfte gerufen. Die Lage blieb allerdings ruhig, und nach etwa 40 Minuten zerstreute sich die Menge wieder.
Auf der Cuvry-Brache lebten jahrelang zahlreiche Menschen in Bauwagen, selbst gebauten Hütten und Zelten. Im September vergangenen Jahres wurde die Brache dann auf Antrag der Besitzerin, einer Immobilienfirma, geräumt. Gegen die Räumung gab es zum Teil heftigen Widerstand. Das Unternehmen möchte auf dem Areal in lukrativer Lage an der Spree Eigentumswohnungen und ein Zentrum mit Geschäften und Restaurants eröffnen.
Gerichtlicher Räumungsbeschluss
Um die Cuvry-Brache gab es lange Zeit auch politischen Streit. Bei mehreren Demonstrationen kam es dabei immer wieder zu Ausschreitungen und Festnahmen. Die Bewohner forderten ein dauerhaftes Bleiberecht und Mietverträge, auch das Bezirksamt setzte sich wiederholt für die Belange der dort lebenden Menschen ein und versuchte, zwischen den Bewohnern und der Eigentümerin zu vermitteln. Die Bemühungen scheiterten jedoch letzten Endes, und im vergangenen Jahr erwirkte das Immobilienunternehmen einen gerichtlichen Räumungsbeschluss.
Die Durchsetzung des Gerichtsbeschlusses erfolgte dann im September mithilfe eines großen Polizeiaufgebotes. Auch dabei kam es zu Ausschreitungen und Festnahmen. In den vergangenen Monaten blieb es ruhig um das Gelände, auf einschlägigen Internetseiten gibt es aber immer wieder Aufrufe zu einer neuen Besetzung.
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