Die Suche nach den Eltern des ausgesetzten Berliner Babys dauert an. Es gebe keine neuen Erkenntnisse in dem Fall, sagte ein Polizei-Sprecher am Ostermontag. Das neugeborene Mädchen war in der Nacht zu Mittwoch gegen 1.40 Uhr im Eingang eines alternativen Kulturhauses in der Scharnweberstraße im Stadtteil Friedrichshain gefunden worden.
Der Säugling kam ins Krankenhaus. Das Baby sei stabil und auf dem Weg der Besserung, hieß es. Ob die Kleine dort am Montag noch war, war nicht bekannt. Das Mädchen war in drei Jacken für Erwachsene gewickelt, als es gefunden wurde. Es hatte aber in der kalten und stürmischen Nacht eine Unterkühlung erlitten.
Die Polizei veröffentlichte Fotos der Jacken, um so nach Zeugen zu suchen. Hauptkommissarin Gina Graichen hatte bereits am Donnerstag in der RBB-„Abendschau“ darauf hingewiesen, dass die Mutter des Babys dringend medizinische Betreuung bräuchte: „Eine Geburt steckt man ohne ärztliche Hilfe nicht einfach so weg.“
Fünf Babyklappen in Berlin
Um das lebensgefährliche Aussetzen von Babys zu verhindern, gibt es in Berlin fünf sogenannte Babyklappen in Krankenhäusern. Neugeborene Kinder können dort von Müttern, die das Kind nicht annehmen wollen, abgegeben werden. Dabei wird ein Signal ausgelöst, so dass das Kind sofort versorgt werden kann.
Berlins erste Babyklappe wurde 2001 eingerichtet. Bis 2012 wurden an allen Babyklappen insgesamt 47 Babys anonym abgelegt. Die Babys werden dem Jugendamt gemeldet und an Adoptiveltern vermittelt. Finanziert wird das Angebot von den jeweiligen Kliniken.
Damit Kinder später Auskunft über ihre Identität erhalten können, gibt es seit 2014 rechtlich für Schwangere auch die Möglichkeit der „vertraulichen Geburt“. Bei der Entbindung können sie vorerst anonym bleiben. Ihre Daten bleiben dann mindestens bis zum 16. Geburtstag des Kindes unter Verschluss.
dpa/ap



