Hauptmann-Schule

Bezirksamt fordert 40 Flüchtlinge zum Auszug aus Schule auf

Bis 19. März sollen die Bewohner der besetzten Gerhart-Hauptmann-Schule das Gebäude verlassen. Es seien entsprechende Aufforderungen übergeben worden, so ein Bezirksamtssprecher.

Foto: Paul Zinken / dpa

Der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg hat die Bewohner der besetzten ehemaligen Gerhart-Hauptmann-Schule aufgefordert, bis zum 19. März auszuziehen. Den Flüchtlingen seien am Freitag Briefe überreicht beziehungsweise zugestellt worden, sagte ein Bezirksamtssprecher am Sonntag und bestätigte damit einen Bericht der „Berliner Zeitung“.

Es handle sich um einen formalen Schritt, erklärte der Sprecher. Eine Räumung müssten die etwa 40 Bewohner der Schule trotz der Aufforderung nicht befürchten, solange eine Entscheidung des Verwaltungsgerichts dazu noch ausstehe. Die Bewohner der ehemaligen Schule sind alle beim Bezirksamt registriert. Nur sie dürfen das Gebäude betreten, ein vom Bezirksamt eingesetzter und finanzierter Wachschutz soll das gewährleisten.

Das ehemalige Schulgebäude ist seit knapp drei Jahren von Flüchtlingen besetzt. Im vergangenen Jahr war der größte Teil der mehr als 100 Besetzer freiwillig ausgezogen, die Menschen wurden anschließend in verschiedenen Einrichtungen untergebracht. Die Flüchtlinge und ihre Unterstützer aus der linken und autonomen Szene fordern ein uneingeschränktes Bleiberecht, der Senat bewilligte dagegen lediglich eine sorgfältige Einzelfallprüfung.

Daraufhin kam es immer wieder zu Protesten im Umfeld der Gerhart-Hauptmann-Schule. Dabei stiegen mehrfach Bewohner auf das Dach des Gebäudes und drohten herabzuspringen. Zudem gab es im Inneren des Gebäudes wiederholt Streitigkeiten zwischen Bewohnern, die in gewaltsame Auseinandersetzungen mündeten. Bei diesen Zwischenfällen wurde ein Mensch getötet, mehrere weitere Bewohner erlitten teils schwere Verletzungen.