Auch die dritte Anwohnerversammlung zur Neugestaltung des Görlitzer Parkes in Kreuzberg ist massiv gestört worden. Unter den rund 200 Teilnehmern im Jugendclub Chip an der Reichenberger Straße befanden sich am Donnerstagabend auch rund 30 Personen, die immer wieder lautstark protestierten.

In den vergangenen Monaten war die Situation in der Grünanlage eskaliert. Vor allem der Drogenhandel stört Besucher und Anwohner. Als Innenstaatssekretär Bernd Krömer die Problemlage aus Sicht des Senates darlegen sollte, brandeten Pfiffe und Buhrufe auf. Alle Versuche der Veranstalter, die Situation zu beruhigen, blieben erfolglos. Obwohl sich eine Mehrheit für die Fortsetzung aussprach, musste die Versammlung unterbrochen werden.

Nach einer Pause kamen Anwohner zu Wort. Ilona Pache forderte mehr Geld von Bezirk und Senat, um bestehende Initiativen und Lösungsansätze umzusetzen sowie den Park zu befrieden. Andere beklagten fehlende Mitbestimmungsmöglichkeiten bei der Umgestaltung. „Das Vertrauen ist zerstört“, sagte Achim Appel vom Verein Bäume für den Landwehrkanal. Auch Flüchtlinge, die im Park Drogen verkaufen, meldeten sich zu Wort. Sie beklagten, nicht als Mensch anerkannt zu werden. Wer mehr Initiativen gegen den Drogenhandel forderte, wurde niedergeschrien.

Monika Herrmann: „Hier ist nicht Happy-Kifferland“

Bereits vor der Versammlung hatte Bürgermeisterin Monika Herrmann die Umbaupläne des Bezirks verteidigt. „Hier ist nicht Happy-Kifferland“, sagte sie. „Es gibt Übergriffe auf Frauen, es gibt Diebstähle.“ Die Grüne sprach sich gleichzeitig gegen Pläne des Innensenators Frank Henkel (CDU) aus, den Park zu einer Sonderzone zu erklären. Auch die massive Polizeipräsenz habe die Situation nicht verändern können.

Eine Diskussion kam am Donnerstagabend nicht zustande. Nach zwei Stunden unternahm Herrmann einen letzten Versuch, die Situation zu beruhigen. Während sie sich noch gegen das Gebrüll der Störer einigermaßen Gehör verschaffen konnte, scheiterte der Leiter der zuständigen Polizeidirektion, Stefan Weis, damit. Schließlich wurde die Versammlung abgebrochen.