Messe in Kreuzberg

„Gartenträume“ bieten Tipps für Pflanzenfreunde und Kräuterkundige

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Brigitte Schmiemann

Foto: Massimo Rodari

100 Aussteller präsentierten bei der Messe „Gartenträume“ in Kreuzberg die neusten Entwicklungen rund ums Pflanzen und Gestalten. Im Trend: Rückzugsorte im hektischen Großstadtalltag.

Charlottenburger Gehwegplatten als Wasserweg in eine asiatische Mooslandschaft gelegt wie bei der Firma „gardensign“ aus Heiligensee oder Saunafässer mit Dach aus Syke bei Bremen – bei den „Gartenträumen“, die am Freitag beginnen, stellen rund 100 Aussteller ihre Ideen für Gartenliebhaber vor. Aber auch für Naturfreunde generell. Guerilla Gardening ist nämlich noch immer in. Gerade in Großstädten wie Berlin, wo es viele Brachen gibt, die mit einer Handvoll Samen zum Blühen gebracht werden können. Nicht nur Guerilla-Gärtner können sich bei den Gartenträumen Berlin – einer dreitägigen Messe in den Ausstellungshallen an der Luckenwalder Straße in Kreuzberg – Tipps holen. Auch für Gartenliebhaber und Naturfreunde, die einen Nutzgarten in Hochbeeten wie auf dem Tempelhofer Feld bewirtschaften, bieten die Aussteller jede Menge Anregungen.

Säen und ernten wird immer beliebter. Diese Erfahrung macht auch Michaela Wegerhoff vom Garten- und Landschaftsbau-Unternehmen Ulrich Schultze aus Großbeeren. Für die Ausstellung hat Wegerhoff als leitende Gartenplanerin für zehn Unternehmen aus der Region das „Grüne Band der Kompetenz“ entworfen. Dort wird gezeigt, wie mit Steinen, Holz, Wasser und Pflanzen kleine Gartenparadiese geschaffen werden können. „Der kleinste Handtuchgarten kann zu einem Erlebnisgarten werden“, sagt Wegerhoff. Neuer Trend bei der Gestaltung seien die kleinen, versteckten Ecken. Sie hätten die Gärten abgelöst, mit denen die Besitzer noch vor fünf, sechs Jahren hauptsächlich repräsentieren wollten. Heute seien Rückzugsorte angesagt, vielleicht um sich vom hektischer werdenden Alltag in Berlin zu erholen, vermutet die Diplomingenieurin für Landschaftsarchitektur. Zunehmend würden auch Mieterbeete in Innenhöfen angelegt, die von den Mietern bepflanzt, gepflegt und geerntet würden.

Berliner Messe „Gartenträume“ zeigt interessante Hochbeete

Ebenfalls aus rustikalen Holzbohlen, aus heimischem Robinien-Hartholz, besteht das Kräuter-Hochbeet, das Frank Grunthal von den Späth’schen Baumschulen auf der Messe präsentiert. Als Piratenschiff dekoriert hat der Kräutergärtner sogar unterschiedliche Abteilungen beim Ausstellungsstück angelegt. „Wasserminze benötigt schließlich andere Lebensbedingungen als Rosmarin, der ursprünglich in trockenen, kargen Gebieten zu Hause ist“, erläutert Grunthal. Und er weiß auch, warum Hochbeete immer beliebter werden: „Viele Kunden sind froh, wenn die Gartenarbeit statt auf dem Boden auf einer angenehmen Arbeitshöhe stattfinden kann.“

Noch ist das Hochbeet nur mit Grünpflanzen bestückt, aber sie veranschaulichen gut, wo der Platz der Kräuter ist, wenn es im Frühjahr mit ihnen losgeht. Kräuter, vor allem auch die in Vergessenheit geratenen wie Weinraute (Beigabe für eingelegte Gurken oder zum Verfeinern von Soßen) und Ysop (vielfach einsetzbar, auch bei Suppen und Eintöpfen).

Olivenkraut für Pizza, Pasta und Pesto

Eine begehrte Wiederentdeckung ist nach Auskunft des kundigen Kräutergärtners Grunthal das Olivenkraut. „Das findet immer mehr Liebhaber, eignet es sich doch hervorragend für Pizza, Pasta und Pesto“, schwärmt Grunthal. Weil die jungen Pflanzen in den Späth’schen Baumschulen in Baumschulenweg jedoch erst am Heranwachsen sind, gibt es das Olivenkraut erst ab April zu kaufen. Eine Probe hat der Kräutergärtner auf der Messe aber im Gepäck.

Wer sich für Obstgehölze und große Bäume interessiert, ist bei Felix Fischer richtig. Zusammen mit seiner Schwester leitet der 32-Jährige die Baumschule Ewald Fischer aus Rudow, ein Familienbetrieb in dritter Generation. Besonders gefragt seien alte Apfelsorten wie Gravensteiner oder Goldparmäne. Bei den Obstbäumen sei vor allem das Wildobst immer beliebter – von der Scheinquitte über die Kornelkirsche bis hin zum Holunder.

Gartenträume Berlin, Station-Berlin am Gleisdreieck, Luckenwalder Straße 4–6, Kreuzberg, Freitag bis Sonntag (13. bis 15. Februar), Eintritt: 8 Euro (Rentner 7 Euro, Kinder bis 12 Jahre 1 Euro, bis 4 Jahre frei)