Straßenumzug

Zukunft des Karnevals der Kulturen bleibt ungewiss

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Sabine Gundlach

Im Streit um die Zukunft des Großevents gerät Senatorin Dilek Kolat zunehmend unter Druck. Die Karnevalsgruppen kritisieren, dass Kolat noch immer keinen Träger für den Umzug präsentieren konnte.

Die Zukunft des Karnevals der Kulturen bleibt weiter ungewiss. Das für den heutigen Mittwoch anberaumte Treffen der Integrationssenatorin Dilek Kolat (SPD) mit den Karnevalsgruppen wurde kurzfristig auf nächsten Mittwoch verschoben. Nach Informationen der Morgenpost sollen die Gruppen erfahren haben, dass Kolat nichts Neues zu berichten hat, so ein Sprecher. Offenbar kann Kolat entgegen ihrer Ankündigungen bislang noch immer keinen neuen Träger für das Großevent präsentieren und hat auch immer noch keine Lösung bezüglich der Finanzierung des erforderlichen Sicherheitskonzeptes gefunden.

Kolat steht zunehmend unter Druck und in der Kritik. „Die jetzige Krise ist allein das Resultat der langjährigen Untätigkeit des Senats“, sagt Susanna Kahlefeld, die Sprecherin für Partizipation und Gleichbehandlung von Migrantinnen bei den Grünen.

Kritik an Integrationsbeauftragter

Kahlefeld sieht die Verantwortung aber auch bei der Integrationsbeauftragten Monika Lüke. Wie Kahlefeld gegenüber der Morgenpost betonte, „sitzt die Integrationsbeauftragte im Kontrollgremium des bisherigen Trägers des Karnevals der Kulturen und hätte längst eingreifen müssen.“

Lüke hatte der Morgenpost vor zwei Wochen gesagt, dass man sich vom bisherigen Veranstalter des Großevents getrennt habe, nachdem die Werkstatt der Kulturen mitgeteilt habe, dass sie nicht mehr arbeitsfähig sei. Wie berichtet sucht der Senat seit 9. Januar einen neuen Träger. Doch offenbar gestaltet sich die Suche nicht so einfach.

Unterdessen hatten sich am Dienstagabend die Vertreter von etwa 30 Karnevalsgruppen in der Kreuzberger Szenelocation SO 36 an der Oranienstraße getroffen. Nach Angaben einer Teilnehmerin des Treffens, das unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfand, seien etwa 20 der Gruppen weiterhin bereit, am diesjährigen Straßenumzug des großen Multikulti-Events in Kreuzberg teilzunehmen.

Karnevalsgruppen fordern Unterstützung

Voraussetzung dafür sei aber, dass dem Forderungskatalog der Gruppen spätestens bis zum nächsten Treffen mit Integrationssenatorin Kolat seitens des Senats verbindlich zugesagt werde. Wie berichtet fordern die Unterzeichner des Papiers wie die Gruppe „Amistad Salsera“ oder „ReggaeInBerlin.de“ den Senat unter anderem auf, eine „ausreichende Sicherheit für Teilnehmer und Zuschauer durch vom Senat finanzierte professionelle Sicherheitsunternehmen zu gewährleisten“. Darüber hinaus werden unter anderem auch angemessene und kostenlose Übungsräume oder auch Werkstätten gefordert.

Die Zukunft des Karnevals der Kulturen wird auch am Donnerstag Thema im Abgeordnetenhaus sein. „Wir werden einen Dringlichkeitsantrag einbringen, dass die Forderungen der Gruppen erfüllt werden“, kündigte Susanna Kahlefeld am Mittwoch an. Es könne nicht sein, dass die Verantwortung für das Nichthandeln des Senats jetzt den Gruppen zugewiesen werde.