Karneval

Tanz um den Karneval der Kulturen

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Sabine Gundlach

Der Karneval der Kulturen soll in Berlin auch in den kommenden Jahren stattfinden. Karnevalsgruppen treffen sich in wenigen Tagen wieder mit Integrationssenatorin Dilek Kolat, um Details zu besprechen

Der Tanz um den Karneval der Kulturen geht weiter. Nach Informationen der Berliner Morgenpost soll jetzt Nadja Mau die Leitung des multikulturellen Großevents mit Straßenumzug in Kreuzberg übernehmen. Mau leitete bereits von 2004 bis 2012 als damalige Mitarbeiterin der Werkstatt der Kulturen den Karneval und arbeitet derzeit beim Jüdischen Museum. „Ich stehe zur Verfügung“, bestätigte Mau am Donnerstag.

Voraussetzung dafür sei aber, so Mau, „dass es einen Träger für die Veranstaltung gibt und geklärt wird, was für 2015 jetzt organisatorisch noch machbar ist“. Wichtig sei auch, dass sich die Gruppen einig seien, an der Straßenparade des Karnevals der Kulturen 2015 teilnehmen zu wollen.

Diesbezüglich besteht offenbar noch keine Einigkeit. „Wir treffen uns kommende Woche, um das zu beraten“, bestätigte Perry Ottmüller von der Gruppe „Reggae in Berlin“.

Karnevalsgruppen treffen sich mit Integrationssenatorin Dilek Kolat

Bei einem Treffen mit Vertretern der Gruppen, die bislang an der Parade teilgenommen haben, hatte die zuständige Integrationssenatorin Dilek Kolat (SPD) am Mittwochabend angekündigt, sie werde nächste Woche den neuen Veranstalter vorstellen. Das soll eine gemeinnützige GmbH sein.

Bei dem Treffen hatte sie zwar erneut bekräftigt, den Karneval langfristig erhalten zu wollen, eine verbindliche Zusage für 2015 machte sie allerdings nicht. Auch der Sprecher von Kolat hielt sich am Donnerstag auffallend bedeckt. Man müsse erst das Ergebnis des nächsten Treffens der Karnevalsgruppen in der kommenden Woche abwarten, sagte Markus Kringel. Wie berichtet, hatten die Gruppen in einem Forderungskatalog ein neues Sicherheitskonzept sowie unter anderem auch kostenlose Unterbringungsmöglichkeiten für anreisende Teilnehmer des Umzugs und finanzielle Unterstützung gefordert. „Uns wurde eine wohlwollende Prüfung unserer Forderungen versprochen, eine verbindliche Zusage haben wir jedoch nicht“, sagte Ottmüller.

Kolats Sprecher Kringel bezeichnete den Dialog mit den Gruppen als „sehr konstruktiv“, wollte sich aber nicht weiter dazu äußern. Wer für das Sicherheitskonzept zuständig sei, könne er nicht sagen. Und selbst die Frage, ob das für den gestrigen Donnerstag angekündigte Treffen bezüglich des dringend erforderlichen Sicherheitskonzeptes stattfand, konnte der Sprecher nicht beantworten. Stattdessen verwies Kringel auf das Büro der Integrationsbeauftragten. Dort wurde wiederum auf die Senatsverwaltung für Integration verwiesen. Der mit dem neuen Sicherheitskonzept befasste Sicherheitsexperte der Hochschule für Wirtschaft und Recht, Marcel Kuhlmey, bestätigte hingegen das Treffen. „Ich kann mich derzeit allerdings noch nicht zu Inhalten äußern“, so Kuhlmey gegenüber der Berliner Morgenpost.

30.000 Unterstützer für Petition

Die Verantwortlichkeiten scheinen diffus, die Kommunikation alles andere als transparent. Klar scheint offenbar nur, dass vier Monate vor dem Karneval der Kulturen, der seit 1996 traditionell am Pfingstwochenende stattfindet, weiterhin vieles unklar ist. Unterdessen haben mehr als 30.000 Unterstützer die Online-Petition zur Rettung des Karnevals von Perry Ottmüller unterzeichnet. „Mit der Aktion wollen wir ein Zeichen setzen und auch politischen Druck aufbauen“, sagt Ottmüller. Er hofft nach wie vor, „dass es nicht nur bei politischen Lippenbekenntnissen bleibt. Wir brauchen spätestens bis Ende Januar verbindliche Zusagen“.