Kreuzberger Grundschule

Eltern protestieren gegen massiven Unterrichtsausfall

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Regina Köhler

An der Rosa-Parks-Grundschule in Kreuzberg fällt der Unterricht oft aus. Nun haben Eltern der Schüler einen Protestbrief an Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) geschrieben.

Eltern, deren Kinder die Rosa-Parks-Grundschule in Kreuzberg besuchen, kämpfen gegen den massiven Unterrichtsausfall an ihrer Schule. Sie fordern von Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD), unverzüglich den Unterricht in allen Fächern zu gewährleisten.

In einem Protestbrief an die Senatorin, der der Berliner Morgenpost vorliegt, heißt es, dass unbedingt mehr Lehrer eingestellt werden müssen, damit die Kinder entsprechend dem Lehrplan unterrichtet werden können. Die Personalausstattung sei jedoch so knapp bemessen, dass es ständig zu Unterrichtsausfall komme.

Kritisiert wird auch, dass die Ganztagsbetreuung nicht gewährleistet ist und es viel zu wenig Sonderpädagogen gibt, um die förderbedürftigen Kinder angemessen zu unterrichten. Im Brief der Eltern heißt es deshalb dazu: „Das Angebot der Verwaltung an unsere Schule, am Schulversuch Schwerpunktschule Inklusion teilzunehmen, kann von Elternseite nur als zynisch gewertet werden.“

Keine chancengerechte Bildung

Regine Wiese, deren Tochter die Klasse 5a besucht, sagte der Berliner Morgenpost, dass ihre Tochter kaum Englisch könne, weil der Unterricht seit der dritten Klasse ständig ausgefallen sei. „Der Bildungsstand der Fünftklässler in Englisch ist der von Anfängern“, so Wiese. Da es an der Rosa-Parks-Schule außerdem zu wenig Erzieher gibt, ist auch die Nachmittagsbetreuung nicht gewährleistet. „Gerade der Ausfall von Fachunterricht, die mangelnde Hausaufgabenbetreuung und der fehlende Förderunterricht am Nachmittag in den fünften und vor allem sechsten Klassen gefährden erfolgreiche Übergänge an weiterführende Schulen“, schreiben die Eltern. Von chancengerechter Bildung könne deshalb nicht mehr die Rede sein.

Die Eltern beklagen in ihrem Schreiben schließlich den hohen Krankenstand im Kollegium. Laut Schulleitung fehlen derzeit jeden Tag sechs bis sieben Lehrer und Erzieher krankheitsbedingt.

Laut Bildungsverwaltung werden an der Schule alle Unterrichtsstunden planmäßig erteilt. Die Personalausstattung der Schule liege bei 98 Prozent, heißt es. „Kurzfristige Einschränkungen ergaben sich durch den relativ hohen krankheitsbedingten Ausfall“, sagte Beate Stoffers, Sprecherin von Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD), der Berliner Morgenpost. „Zur optimalen Gestaltung der Vertretungsorganisation wird weitere schulaufsichtliche Beratung erfolgen.“ In der kommenden Woche soll es ein erstes Gespräch mit der Schulleitung und den Eltern geben, so Stoffers.