Die Folgen einer Messerstecherei am Sonnabend gegen 1.50 Uhr vor einem Lokal an der Skalitzer Straße in Kreuzberg waren offenbar drastischer als zunächst bekannt. Gleich zweimal erschien kurz nach dem Vorfall dort eine größere Personengruppe und randalierte. Zahlreiche Polizisten aus der Direktion konnten die Situation allerdings klären. Wie berichtet, waren zwei 16 und 17 Jahre alte Jugendliche zuvor mit dem Lokalbetreiber und dessen Angestellten in Streit geraten und in der Folge durch Stiche lebensgefährlich verletzt worden. Ihr Zustand ist inzwischen wieder stabil.

Laut Polizeiangaben waren kurz nach der Tat gegen 2.10 Uhr 15 junge Männer an dem Lokal erschienen und verwüsteten dieses. Zudem störten sie die Erstversorgung der Opfer und die Tatortarbeit. Erst hinzugerufene Beamte konnten die Gruppe abdrängen. Die Männer gehören offenbar zum Freundeskreis der beiden Verletzten. Gegen 9 Uhr des gleichen Tages drangen etwa zehn Männer in die Geschäftsräume ein, warfen Einrichtungsgegenstände auf die Straße.

Zwei 17 und 22 Jahre alte Täter wurden festgenommen. Gegen 13.45 Uhr wurde die Polizei erneut alarmiert, weil Personen ein Sofa in dem Lokal in Brand gesetzt hatten. Die Gruppe floh zunächst. Während der Löscharbeiten der Feuerwehr kehrten jedoch einige Männer zurück, von denen sieben im Alter von 22 Jahren als mutmaßliche Täter festgenommen wurden. Gegen sie wird nun wegen Landfriedensbruch und versuchter schwerer Brandstiftung ermittelt.

Attacke mit Teppichmesser

Indes hat ein Richter Haftbefehl gegen einen 35 Jahre alten Russen erlassen. Dieser hatte bei einem Streit am Freitagabend einen 26-Jährigen an einem Falafelstand am Kurfürstendamm durch Stiche lebensgefährlich verletzt. Er hatte sich nach seiner Flucht der Polizei gestellt.

Seit Sonntag beschäftigt außerdem ein weiterer Zwischenfall mit einem Messer die Polizei. Zeugen hatten kurz nach Mitternacht einen Notruf getätigt, nachdem ein 50-Jähriger in einem Lokal an der Boppstraße in Kreuzberg einer 38-jährigen Frau nach kurzem Gespräch mit einem Cuttermesser das Gesicht zerschnitten hatte. Es soll sich um den ehemaligen Lebensgefährten des Opfers handeln. Er konnte noch vor dem Eintreffen der Funkstreifenwagenbesatzung fliehen. Eine sofort eingeleitete Fahndung blieb trotz genauer Personenbeschreibung erfolglos.

Gegen ihn wurde ein Strafermittlungsverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung im Rahmen der „häuslichen Gewalt“ eingeleitet. Ihm droht im Falle einer Verurteilung eine Haftstrafe. Die schweren Wunden der Frau wurden von Chirurgen im Krankenhaus genäht. Lebensgefahr besteht nicht. Inwieweit sie entstellt bleiben wird, ist noch unklar.