Radfahrer können sich auf neue Wege und bessere Parkmöglichkeiten in Friedrichshain-Kreuzberg freuen. Autofahrer haben das Nachsehen. Denn die Investitionen, die das Bezirksamt in den kommenden Jahren plant, sind geändert worden. Und zwar kostenneutral.

Das haben Grüne und SPD in der Bezirksverordneten-Versammlung durchgesetzt. Ihr Antrag ist vor wenigen Tagen beschlossen worden. Es geht um Vorhaben in den Jahren 2013 bis 2017. Zuvor sei vorgesehen gewesen, das Straßennetz auszubessern und auszubauen, teilen die Grünen mit. Nun werden stattdessen Radstreifen am Fahrbahnrand angelegt. Ein Parkplatz für Autos soll zu einer Abstellfläche für Räder werden.

Die Änderung betrifft viel befahrene Straßen, darunter die Holzmarktstraße in Friedrichshain. Ursprünglich war vorgesehen, dass sie im Bereich zwischen Lichtenberger Straße und Andreasstraße saniert werden soll. Denn die Fahrbahn hat viele Risse und löst sich an einigen Stellen auf. Platten auf den Bürgersteigen sind gebrochen, Teile des Gehwegs sacken ab. Geplant war, die Straße für 800.000 Euro zu sanieren.

870.000 Euro werden in Radverkehr investiert

Nun werden auf Vorschlag der Grünen und der SPD nur noch 400.000 Euro eingeplant. Für die nördliche Hälfte der Straße, die besonders schlimm dran ist. Der südliche Teil bleibt vorerst so schadhaft, wie er ist. Auch die geplante Erneuerung der Ritterstraße in Kreuzberg ist verschoben. Vorgesehen war, dass die Fahrbahn zwischen Prinzenstraße und Segitzdamm für 400.000 Euro erneuert werden soll.

Dieses Vorhaben ist aus der aktuellen Investitionsplanung gestrichen. Ebenso die Sanierung der Koppenstraße in Friedrichshain, zwischen Singerstraße und Rüdersdorfer Straße. Dieses Projekt kostet 70.000 Euro. Es soll jedoch aus einer anderen Quelle finanziert werden. Somit können insgesamt 870.000 Euro anders verplant werden. Und zwar zugunsten des Radverkehrs.

An der Gärtnerstraße, der Mainzer Straße, der Jungstraße und der Niederbarnimstraße in Friedrichshain werden Radstreifen angelegt. Dadurch soll eine neue Nord-Süd-Verbindung im Ortsteil entstehen. Das Quartier sei erheblich unterversorgt mit sicheren Radwegen, erklärten die Grünen. Viele Straßen seien ungeeignet zum Radfahren, weil noch Kopfsteinpflaster auf der Fahrbahn liegt. Nun werden am Rand asphaltierte Streifen geschaffen.

Grüner Radparkplatz vor Eisenbahn-Markthalle in Kreuzberg

Auf etwa 696.000 Euro werden die Kosten dafür geschätzt. Die neue Nord-Süd-Achse soll den Rudolfkiez in Friedrichshain mit Lichtenberg verbinden. Radstreifen sollen auch in der Reichenberger Straße in Kreuzberg abgelegt werden, zwischen Kottbusser Tor und Ohlauer Straße. Auch dort liegt Kopfsteinpflaster. Dafür sind etwa 144.000 Euro erforderlich.

Neues Vorhaben in der Investitionsplanung ist auch ein sogenannter grüner Radparkplatz. Er soll an den Eingängen der Eisenbahn-Markthalle in Kreuzberg angelegt werden. Dafür wird eine Stellfläche genutzt, auf der zuvor Autos parkten. Auf ihr werden Fahrradbügel installiert. Der Rad-Parkplatz soll durch Pflanzen oder Bäume eingegrenzt werden. Die Kosten betragen 10.000 Euro. Die BVV hatte 2012 beschlossen, dass ein Prototyp für solche Plätze angelegt werden soll.