Die Schäden an der Autobahnbrücke über die Mecklenburgische Straße in Berlin-Schmargendorf sind anscheinend so groß, dass der Verkehr ab sofort und bis auf Weiteres nur noch einspurig über den äußeren linken Fahrstreifen in Richtung Dreieck Funkturm geführt werden muss. Das teilt die Autobahn GmbH des Bundes mit. Damit fällt eine weitere Spur auf der wichtigen Brücke weg.

Aufgrund der Fahrstreifensperrung sei mit erheblichen Verkehrsbehinderungen und Staubildung auf der A100 Fahrtrichtung Dreieck Funkturm zu rechnen. „Die Autobahn GmbH bittet die Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer, wenn möglich, auf den öffentlichen Personennahverkehr umzusteigen“, teilt das Unternehmen mit.

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Sanierungsplan für A100-Brücke in Arbeit

Im Rahmen einer Routineprüfung im September wurden an der Brücke auf Höhe der Anschlussstelle Detmolder Straße Korrosionsschäden festgestellt. Pro Richtung standen seitdem nur noch zwei Fahrspuren zur Verfügung, für Lastwagen galt ein Überholverbot. Außerdem wurde die Auffahrt Detmolder Straße gesperrt.

A100 – Brücke über die Mecklenburgische Straße einspurig
Arbeiter sperren eine Spur auf der A100-Brücke über die Mecklenburgische Straße ab. In Fahrtrichtung Nord sind normalerweise rund 118.000 Fahrzeuge pro Tag unterwegs.© FUNKE Foto Services | Jörg Carstensen

Diese führten zu weiteren statischen Untersuchungen. Eigentlich sollten die Untersuchungen bis Ende November dauern. Nun kann in Richtung Funkturm nur noch eine Spur genutzt werden. Die jetzt vorliegenden Ergebnisse des statischen Gutachtens hätten zu weiteren Entlastungsmaßnahmen des Bauwerks gezwungen. Aus Verkehrssicherheitsgründen muss die Brücke daher bis auf Weiteres einspurig in Fahrtrichtung Dreieck Funkturm befahren werden. Die Auffahrt Detmolder Straße bleibt weiterhin gesperrt.

Droht dasselbe Schicksal wie bei der Ringbahnbrücke?

Die Meldung erinnert an den Fall der inzwischen abgerissenen Ringbahnbrücke. Auch hier waren zunächst einzelne Spuren gesperrt worden, bevor die Brücke ganz aus dem Verkehr gezogen und schließlich platt gemacht wurde. Gegenüber dem RBB betonte Ronald Normann, Direktor der Niederlassung Nord-Ost der Autobahn GmbH, dass dieser Brücke kein ähnliches Schicksal drohe.

Die Brücke müsste erst innerhalb der nächsten zehn bis 20 Jahre abgerissen und neu gebaut werden. „Aber wir wollen jetzt erstmal die Brücke so weit ertüchtigen, dass sie dieses Alter noch erreichen kann“, so Normann beim RBB. Dazu soll der Belag runter, neuer Spannstahl rein, der dann mit Beton gefüllt wird. „Es können uns noch ein paar Überraschungen ereilen, wir hoffen aber nicht.“

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Die Brücke wurde 1969 erbaut und ist 315,38 Meter lang. In Fahrtrichtung Nord waren vor der Sperrung rund 118.000 Fahrzeuge pro Tag unterwegs. Die Autobahn GmbH arbeitete nach eigenen Angaben bereits an einem Sanierungskonzept. Informationen zum Sanierungsplan und zur voraussichtlichen Dauer der Verkehrsbeschränkungen werden im Laufe der nächsten Woche bekannt gegeben, heißt es.