Der Abriss der maroden Ringbahnbrücke an der A100 im Berliner Westen und der weiter nördlich gelegenen Westendbrücke schreitet weiter voran. Am Montag hatte die Deges zu einem Vor-Ort-Termin direkt an der Westendbrücke geladen. Die Fahrbahnen zwischen den Pfeilern über den S-Bahn-Schienen sind verschwunden. Reste von Stahl hängen wie Spinnenweben aus dem aufgerissenen Beton. Unter anderem kommen dabei zwei mächtige 90 Tonnen schwere Bagger zum Einsatz, der speziell für solche schweren Abrissarbeiten gebaut wird.
Mehr als die Hälfte dessen, was zunächst abgerissen werden soll, sei bereits am Boden sein. Insgesamt erwartet Projektleiter Christian Rohde 7000 Tonnen Schutt. Begonnen hatten die Abrissarbeiten am Samstag.
Keine offenen Schäden an Westendbrücke: Warum das Bauwerk trotzdem weg kommt
Projektleiter Christian Rohde machte vor Ort deutlich, dass die Entscheidung für einen simultanen Abriss der beiden Brücken auch erfolgt sei, weil die Westendbrücke längst nicht mehr für heutige Verkehrsmengen gemacht gewesen sei. Für das Autobahndreieck Funkturm sei man in der 60er-Jahren von 20.000 Fahrzeugen am Tag ausgegangen. Allein auf der Westendbrücke, die nur nach Norden führt, seien mehr als 90.000 Fahrzeuge unterwegs gewesen.

Zwar gab es im Gegensatz zur Ringbahnbrücke keine offenen Schäden an dem Bauwerk, dennoch habe sich die Autobahn GmbH für den Abriss entschieden. Die zuvor installierten Stahlstützen seien nicht zur Stütze, sondern zur Sicherheit installiert worden. Sie hätten die Brücke im Falle eines Nachgebens der Fahrbahn aufgefangen.
Abriss der Westendbrücke: Warum ein Teil zur Seite geschoben werden muss
Abgerissen wird zunächst nur der 140 Meter lange Teil der Brücke über den S-Bahn-Schienen. Der Rest folgt anschließend. Der Rückbau geht also eigentlich länger als bis zum 25. April. Zudem stellt der südliche Teil der Brücke stellt eine besondere Herausforderung dar. Weil sich unter der Fahrbahn ein gewerblich genutztes Gebäude befindet, muss ein 30 Meter langer Abschnitt der Brücke zunächst zur Seite bewegt werden.

Die 240 Meter lange Brücke wurde 1963 gebaut und liegt etwas weiter nördlich der Ringbahnbrücke, die ebenfalls seit Samstag abgerissen wird. Beide Bauwerke waren Mitte März aus Sicherheitsgründen gesperrt worden und sollen neu gebaut werden. Auch die S-Bahntrasse unter der Brücken ist dicht. Die Ausschreibung für den Neubau der Ringbahnbrücke, die zum Autobahndreieck Funkturm gehört, hat bereits begonnen.
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Die Ausschreibung für die Westendbrücke könnte nach Angaben des Technischen Geschäftsführers der Deges, Andreas Irngartinger, im Sommer folgen. Auch hier sei die Prämisse, dass es möglichst schnell gehe. Beide Neubauten sollten zeitgleich in Betrieb gehen. Wann das sein könnte, ist offen.



