Knapp drei Wochen nach den tödlichen Schüssen auf den Berliner Steuerberater Ingo W. sind die beiden 16 und 18 Jahre alten Söhne des Getöteten entlastet worden.
Es seien keine Schmauchspuren der Schüsse an ihnen entdeckt worden, die sie belasten könnten, sagte ein Polizeisprecher am Donnerstag. Ihre Hände seien sauber.
„Wir haben (zwar) Schmauchspuren, aber wo sie gefunden worden sind, sagen wir nicht“, sagte ein Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft. Weitere Untersuchungen seien nötig. Schmauchspuren sind Pulverrückstände, die nach einem Schuss zum Beispiel auf Händen, Kleidung oder Möbeln zu finden sind.
Um diese winzigen Partikel auch Stunden nach der Tat nachweisen zu können, werden bei der Festnahme eines Tatverdächtigen üblicherweise die Hände mit Papiertüten überzogen. Diese Form der Beweissicherung habe es nach Angaben von Augenzeigen bei der Festnahme der beiden Tatverdächtigen durch Beamte eines Spezialeinsatzkommandos aber nicht gegeben.
Die anfangs tatverdächtigen Söhne, die kurz nach den tödlichen Schüssen in der Wohnung ihrer Mutter festgenommen wurden, mussten nach einer ersten Vernehmung mangels Beweisen von der Polizei wieder auf freien Fuß gesetzt werden.
Hände der Ehefrau nicht untersucht
Zum Zeitpunkt der Festnahme der beiden Brüder hatte sich in der Wohnung auch die Mutter und Ehefrau des Ermordeten aufgehalten. Da sie offenbar nicht als Tatverdächtige in Betracht gezogen wurde und sich die Arbeit der Polizei scheinbar ausschließlich auf die Söhne konzentriert hatte, wurden auch bei der Frau des Mordopfers keine gesonderten Maßnahmen zur Beweissicherungen vorgenommen.
Der 49-jährige Ingo W. war am 12. August in Gegenwart von drei Angestellten in seinem Büro von einem Unbekannten durch mehrere Schüsse getötet worden.
Ein wesentliches Beweismittel zur Überführung eines Täters wäre die Mordwaffe. Doch die ist bisher nicht auffindbar. Von der benutzten Neun-Millimeter-Pistole fehlt offenbar nach wie vor jede Spur.
Erschwerend für die Ermittlungsarbeit kommt hinzu, dass Ingo W. selber im Besitz zumindest einer Schusswaffe gewesen sein soll. Ob es sich nun bei der Tatwaffe um diese oder eine gänzlich andere Waffe handelt, wollte die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen bislang nicht bekannt geben.
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dpa/mim/pol/plet















