Die KaDeWe Group hat 2022/23 nach eigenen Angaben das umsatzstärkste Geschäftsjahr der Unternehmensgeschichte verzeichnet. Der Umsatz habe mit knapp 728 Millionen Euro um fast 24 Prozent über dem Vor-Corona Jahr 2018/19 gelegen. In einem Interview mit der Berliner Morgenpost im November 2023 hatte der CEO Michael Peterseim noch einen Umsatz von 800 Millionen Euro prognostiziert. Zudem sagte er damals, dem KaDeWe gehe es gut, Sorgen in Folge der Pleite des Signa-Konzerns, welcher sowohl an der Handelsgesellschaft und am Gebäude in der Berliner Tauentzienstraße beteiligt ist, seien unbegründet.
Warum die KaDeWe Group trotz Rekordzahlen Insolvenz angemeldet hat

In einer am Dienstag veröffentlichten Pressemitteilung legt Peterseim weiterhin großen Wert darauf, dass die Geschäfte trotz Insolvenz gut laufen würden. „Ziel ist es, die KaDeWe Group zu schützen. Operativ machen wir einen herausragenden Job. Alle Häuser verzeichnen auch in volkswirtschaftlich schwierigen Zeiten steigende Umsätze, was eine starke Leistung darstellt“, teilt der Kaufhaus-CEO mit. Allerdings würden die hohen Mieten die Erfolge der Häuser an den Standorten Berlin (KaDeWe), Hamburg (Alsterhaus) und München (Oberpollinger) zunichtemachen. Ein nachhaltig ertragreiches Wirtschaften sei nahezu unmöglich.
So seien die Mieten im Vergleich zum Geschäftsjahr 2018/19 um fast 37 Prozent gestiegen. In den nächsten Jahren seien weitere Steigerungen vorgesehen. Die Indexmieten seien unverhältnismäßig hoch und nicht marktüblich. „Zahlreiche Gespräche mit dem Vermieter haben daran nichts geändert, auch die Insolvenzen bei der Signa leider nicht“, so Peterseim. Vor diesem Hintergrund habe sich die Geschäftsführung gezwungen gesehen, einen Antrag auf ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung zu stellen.
Ist die öffentliche Bürgschaft für die KaDeWe Group in Gefahr?
Gleichseitig will das Unternehmen wohl auch der Sorge entgegenwirken, dass es zum Verlust einer Bürgschaft kommen könnte, die das Land Berlin dem Unternehmen gemeinsam mit Hamburg und dem Bund im Coronajahr 2020 erteilt hat. Bei der Bürgschaft handele sich um eine Ausfallbürgschaft für einen Kredit, der im Zusammenhang mit den monatelangen erzwungenen Schließungen der Häuser während der Corona-Pandemie gewährt wurde. Die Bürgschaft sei nicht in Anspruch genommen worden, heißt es.
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Die Rückzahlung des Kredits erfolge planmäßig und die KaDeWe Group habe bisher „Rückzahlungen in relevanter Höhe an den Kreditgeber geleistet“. Der Kredit sei seitens der BNP-Bank auch nicht gekündigt worden und man erwarte keine Kündigung desselben, heißt es. Neben den Mieten und inflationsbedingten Effekten habe auch eine Cyberattacke aus Russland dem Unternehmen geschadet. Zudem würden nach wie vor die Folgen der Corona-Krise und des Ukraine-Kriegs das Konsumverhalten der Kunden belasten.
Auch die 500 Millionen Euro teuren Umbauten in allen drei Häusern in den vergangenen sechs Jahren hätten „naturgemäß“ das Ergebnis belastet. Die jüngsten Rekordumsätze würden aber zeigen, dass die Maßnahmen richtig und wichtig waren, heißt es.


