Gastronomie

Bistro auf dem Lehniner Platz soll in diesem Jahr öffnen

Seit Jahren dominiert auf dem nur zum Teil gestalteten Lehniner Platz am Kudamm eine triste Freifläche. Ein neuer Café-Pavillon soll das ändern.

Simulation des neuen Cafés am Lehniner Platz. Es soll noch in diesem Jahr von der BVG-Tochter Urbanis gebaut werden.

Simulation des neuen Cafés am Lehniner Platz. Es soll noch in diesem Jahr von der BVG-Tochter Urbanis gebaut werden.

Foto: Foto: BVG

Wilmersdorf. Der flache Steinbrunnen ist noch abgeschaltet, die Boule-Bahn und die glatte Spielfläche vor dem Café Roberta und dem Kindercafé sind verwaist. Am Café und auf den grünen öffentlichen Bänken sitzen Menschen in der Sonne und genießen die frühe Wärme. Ihr Blick fällt allerdings nicht auf ein lebendiges Ambiente sondern auf einen weithin toten Lehniner Platz. Wo einst ein internationaler Zeitungskiosk mit Imbiss stand, gibt es seit Jahren nur noch kahles Pflaster. Verschenkter Raum.

Das soll sich in diesem Jahr ändern. Noch in der ersten Jahreshälfte wird mit dem Bau des schon vor zwei Jahren angekündigten Café/Bistros an der Westseite des Platzes begonnen, bis zum Jahresende soll es fertig sein. Das bestätigte die BVG, deren Tochtergesellschaft Urbanis das Projekt umsetzt, jetzt auf Nachfrage der Berliner Morgenpost. Wenn alle Genehmigungen rechtzeitig vorliegen, könnten Anwohner noch in diesem Jahr dort frühstücken oder Kaffee trinken gehen.

Bauprojekt soll rund eine halbe Million Euro kosten

Ein Pächter für den geplanten verglasten Pavillon mit Außenterrasse sei gefunden. Der bereits im Frühjahr 2017 vorgestellte Entwurf des Berliner Architektenbüros „Die Brücke“ werde nun für rund eine halbe Million Euro realisiert, sagte BVG-Sprecherin Petra Nelken. Sie freue sich schon darauf, dass am Lehniner Platz etwas passiert. Der Pavillon mit 140 Quadratmetern Grundfläche soll über etwa 30 Sitzplätze innen und noch einmal doppelt so viele draußen auf der Terrasse verfügen.

Das groß angekündigte Projekt hatte lange auf sich warten lassen. Bevor die Entwürfe vorgestellt wurden, waren bereits fünf Jahre seit der im Bezirk umstrittenen Umgestaltung des Platzes vergangen. Zuvor hatte er vor allem als Parkfläche und einem kleinen Wochenmarkt gedient.

Zunächst fehlte die Baugenehmigung und dann musste geklärt werden, wer die neue Anlage betreiben darf. Der dafür ursprünglich vorgesehene Pächter des Zeitungskiosks sprang aus finanziellen Gründen ab, ein neuer Pächter musste gefunden werden. Auch der zuletzt angekündigte Eröffnungstermin im Frühjahr 2019 konnte nicht gehalten werden.

An der Zusammenarbeit mit dem Bezirk hätte die lange Wartezeit allerdings nicht gelegen, so Nelken. Die sei nach Angaben der Projektleiter sehr gut gewesen. Baustadtrat Oliver Schruoffeneger (Grüne) hatte wie berichtet ursprünglich auf einen früheren Baubeginn gehofft.

Die Frage des Pächters hätte die Urbanis länger beschäftigt, sagte die BVG-Sprecherin. Schließlich solle der dauerhafte Qualität liefern und auch den Außenbereich mitpflegen. Urbanis prüfe die Bewerber da streng.

Der künftige Betreiber wird noch nicht bekannt gegeben

Dass das Konzept aufgehen wird, stehe außer Frage. Der Bedarf sei da. „Ich habe erst am Wochenende wieder gesehen, wie gut der Platz trotz der relativen Leere angenommen wird,“ sagte Nelken. „Wer dort ein Café betreibt, kann gute Geschäfte machen.“ Er könne zusätzlich auch das Publikum der gegenüberliegenden Schaubühne mit in den Blick nehmen.

In dem Bistro, das von morgens bis mindestens 19 Uhr geöffnet sein soll, werde es keine größeren Speisen, sondern eher ein Frühstücks- und Caféangebot geben. Eine Küche sei nicht geplant. Wer der Betreiber nun sein wird, will die BVG allerdings noch nicht bekannt geben. Darüber sei noch Stillschweigen vereinbart.

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