Immobilien-Deal

Deutsche Bahn hat Westkreuz-Areal verkauft

Die Bahn hat das Westkreuz-Areal an den Berliner Investor Uwe Glien verkauft. Der Bezirk hält indes weiter an seinen Park-Plänen fest.

Das Westkreuz-Areal ist fast wie ein Urwald mitten in der Stadt. SPD, Grüne und Linke wollen hier einen Park anlegen, doch Investoren wollen bauen.

Das Westkreuz-Areal ist fast wie ein Urwald mitten in der Stadt. SPD, Grüne und Linke wollen hier einen Park anlegen, doch Investoren wollen bauen.

Foto: Carolin Brühl

Charlottenburg-Wilmersdorf. Das Westkreuz-Areal ist verkauft. Mit dieser Information überraschte Baustadtrat Oliver Schruoffeneger (Grüne) am Donnerstagabend die Bezirksverordnetenversammlung (BVV). Gekauft hat das Grundstück dem Vernehmen nach der Berliner Investor Uwe Glien, dem auch viele S-Bahn-Bögen in Berlin gehören. Schruoffeneger wollte das nicht bestätigen. Spekulationen, der Deal sei für zehn Millionen abgeschlossen worden, verneinte Schruoffeneger unterdesssen: „Nein, das war viel weniger.“ Der Käufer habe das Grundstück aber hochspekulativ gekauft, es sei unklar, was er vorhabe.“

Noch hat Bahn-Finanzvorstand nicht zugestimmt

Noch hat der Bahn-Finanzvorstand Schruoffeneger zufolge dem Verkauf zwar noch nicht zugestimmt. Der Bezirk, der für das Quartier einen Park plant, ist nun dennoch in einer schwierigen Situation. Ein entsprechender Bebauungsplan, der das Westkreuz zur Grünfläche deklariert, liegt zwar nahezu fertig vor, kann aber noch nicht festgesetzt werden, weil das Eisenbahn-Bundesamt das Areal noch nicht als Bahn-Verkehrsfläche entwidmet hat. "Wir dürfen den Plan erst dann festsetzen, wenn entwidmet worden ist. Dann müssen wir möglichst schnell sein", so der Stadtrat. Das Planungsrecht liege dann beim Bezirk. "Gegen uns kann dann niemand da bauen. Das werde dann aber möglicher Weise ein sehr zähes Verfahren, einen privaten Grundstücksbesitzer dazu zu bringen, das Grundstück entsprechend herzurichten und zu öffnen.

Nicht zum Zug gekommen ist damit die Allgemeine Immobilien-Börse (AIB) GmbH, die bislang damit an die Öffentlichkeit getreten ist, auf dem Grenzgebiet zwischen Charlottenburg und Halensee gemeinsam mit der Gewobag 1000 Wohnungen bauen zu wollen - 500 Sozialwohnungen und 500 freifinanzierte Mietwohnungen für Familien mit mittleren Einkommen.

AIB-Geschäftsführer Christian Gérôme bedauert das und sagt, dass er mit-, aber offenbar nicht genug für das Grundstück geboten habe. Gérôme hatte dem Bezirk neben den Wohnungen auch eine neue Kita, Sportplätze, einen etwa 20.000 Quadratmeter großen öffentlich zugänglichen Park mit einem kleinen Teich angeboten und wollte auch die Kleingärten erhalten. Eine Durchwegung vom Stuttgarter Platz aus zum S-Bahnhof Westkreuz sollte in seiner Planung ebenfalls ermöglichst werden.

SPD will an Park-Plan festhalten

In der SPD will man vom eingeschlagenen Weg nicht abweichen und rätselt über die Intention des Käufers: "Für uns steht der Beschluss. Das Areal wird Grünfläche", sagt der baupolitische Sprecher der Fraktion, Wolfgang Tillinger. Für die FDP-Fraktion, die sich stets für eine moderate Wohnbebauung ausgesprochen hat, erschließt sich "der Bedarf für eine so große Grünanlage zwischen Grunewald und Lietzenseepark nicht, der Bedarf für Bauland, das für kostengünstiges Bauen genutzt wird jedoch sehr wohl", so der baupolitische Sprecher der Liberalen, Johannes Heyne. Er fordert vom Baustadtrat, für ein investitionsfreundliches Umfeld zu sorgen und die wenigen Brachflächen in der City West für den Wohnungsbau zu entwickeln.

Lesen Sie auch:

Bezirk verzichtet auf 1000 neue Wohnungen

© Berliner Morgenpost 2019 – Alle Rechte vorbehalten.