Breitscheidplatz

Strenge Sicherheitsvorkehrungen beim Terror-Gedenktag

Der Breitscheidplatz ist ab Montagabend "Polizeilicher Sicherheitsbereich", für Autofahrer gelten umfangreiche Halteverbote.

Polizisten am Montag auf dem Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz

Polizisten am Montag auf dem Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz

Foto: dpa

Berlin. Kurz vor dem großen Gedenktag zum islamistischen Terroranschlag vor einem Jahr in Berlin beginnen im Gebiet um die Gedächtniskirche die Sicherheitsmaßnahmen. Die Polizei hatte schon in den vergangenen Tagen rund um den Breitscheidplatz Schilder aufgehängt. „Polizeilicher Sicherheitsbereich“ von Montagabend 22.00 Uhr bis Dienstagnacht 24.00 Uhr, hieß es. In dieser Zeit ist es verboten, Fahrräder oder andere Gegenstände auf dem Platz oder in den benachbarten Straßen abzustellen. Für Autofahrer gelten umfangreiche Halteverbote.

Anwohner und Geschäftsleute am Breitscheidplatz sollen am Dienstag während der Vorstellung des Mahnmals und der Gedenkandacht zwischen 10 Uhr und 13 Uhr die Fenster und Türen geschlossen halten. Auch die Hotels wurden von der Polizei entsprechend informiert.

Der Weihnachtsmarkt auf dem Platz ist am Dienstag geschlossen. Die Polizei sperrt den kompletten Breitscheidplatz und mehrere angrenzende Straßen vom frühen Morgen bis zum Abend des Jahrestages ab. Die Organisatoren rechnen insgesamt mit mehreren hundert Menschen bei den verschiedenen Veranstaltungen. Rund um die Gedächtniskirche und den Kurfürstendamm wird mit starken Verkehrsbehinderungen gerechnet.

An den Veranstaltungen am Dienstagvormittag nehmen Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Außenminister Sigmar Gabriel (SPD), weitere Minister und die Berliner Senatoren teil.

Bei dem Anschlag mit einem entführten Lastwagen tötete der islamistische Terrorist Anis Amri am Abend des 19. Dezember 2016 zwölf Menschen und verletzte etwa 70.

Breitscheidplatz: Ein Jahr nach dem Anschlag

Ein Jahr nach dem Anschlag haben wir mit zwei Betroffenen gesprochen - dem Feuerwehrmann Frank Hoedt, der als einer der ersten Einsatzkräft auf dem Breitscheidplatz war und Petr Čižmár, dessen Frau auf dem Weihnachtsmarkt getötet wurde.
Breitscheidplatz: Ein Jahr nach dem Anschlag

Die Gedenkveranstaltungen am Dienstag im Überblick:

10.30 Uhr: Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) zeigt den Angehörigen und Opfern die neue Gedenkstätte an der Gedächtniskirche. Geplant ist ein kurzes, stilles Erinnern ohne Öffentlichkeit.

11.15 Uhr: Religionsübergreifende Andacht in der Gedächtniskirche mit Opfern des Anschlags, Angehörigen der Toten und Verletzten sowie Helfern. Unter den Teilnehmern sind auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Steinmeier wird ebenso wie der evangelische Bischof Markus Dröge eine kurze Ansprache halten.

12.00 Uhr: Müller stellt die neue Gedenkstätte der Öffentlichkeit vor.

13.00 Uhr: Die Opfer und Angehörigen werden im Berliner Abgeordnetenhaus empfangen. Parlamentspräsident Ralf Wieland (SPD), Müller und der Opferbeauftragte Kurt Beck sprechen.

14.00: Die AG City, der Schaustellerverband Berlin und die Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirchengemeinde laden zum gemeinsamen Gedenken mit einer Mahnwache auf dem Breitscheidplatz.

18.30 Uhr: Öffentliches ökumenisches Friedensgebet mit dem Friedenslicht von Bethlehem in der Gedächtniskirche und dem Bachchor der Kirchengemeinde.

19.30 Uhr: Eröffnung einer Friedenskundgebung durch die Sängerin Jocelyn B. Smith.

20.02: Die Glocken der Gedächtniskirche läuten zwölf Minuten lang. Die Besucher der Kundgebung sind aufgefordert, eine Lichterkette um die Kirche zu bilden.

Mehr zum Thema:

So nah waren die Behörden Breitscheidplatz-Attentäter Amri

Breitscheidplatz: Ein Jahr nach dem Anschlag - Was bleibt?

Terrorexperte: „Die größten Probleme gab es in Berlin“