Gymnasium Graues Kloster

Rechter Lehrer entlassen - AfD droht Schulleiterin

Ein Gymnasium entließ einen Lehrer, der bei Bärgida mitlief. Die AfD fordert seine Wiedereinstellung und droht der Schulleiterin.

Bärgida-Demo (Archivbild)

Bärgida-Demo (Archivbild)

Foto: dpa

Die AfD hat von der Leiterin des Evangelischen Gymnasiums zum Grauen Kloster in Schmargendorf nach der Entlassung eines mutmaßlich rechtsextremen Lehrers eine öffentliche Entschuldigung gefordert und mit Konsequenzen gedroht.

Die Schule müsse den Schatzmeister der Neuköllner AfD, Hendrik Pauli, wieder einstellen. „Tun Sie es heute nicht, werden Sie als Verfassungsbrecherin spätestens nach einem rechtsgültigen Urteil als Lehrerin untragbar“, schrieb der Abgeordnete und Vize-Vorsitzende der AfD Steglitz-Zehlendorf, Andreas Wild, in einem am Dienstag versandten Schreiben an Schulleiterin Xenia von Hammerstein. Weiter heißt es: „Dann werden wir Ihre Entlassung und disziplinäre Bestrafung fordern.“

"Graues Kloster" entlässt rechtsgerichteten Lehrer

Die Schule hatte die Entlassung von Pauli während der Probezeit im September damit begründet, dass dieser an Demonstrationen der vom Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuften „Bärgida“-Bewegung teilgenommen hatte. Außerdem sei Pauli Anhänger der ebenfalls als rechtsextrem geltenden „Identitären Bewegung“ gewesen, hieß es. Die Mitgliedschaft in der AfD sei dagegen nicht der Grund für seine Kündigung gewesen.

Die AfD hatte bereits zuvor gegen die Kündigung protestiert und zur Solidarität mit Pauli aufgerufen. Wild bezeichnete die Entlassung nun als verfassungswidrig, weil niemand wegen seiner politischen Anschauung benachteiligt werden dürfe.

Mutmaßlicher Wahlbetrug in der Berliner AfD

Er werde sich innerparteilich dafür einsetzen, dass die AfD in solchen und ähnlichen Fällen künftig die Anwalts- und Gerichtskosten entlassener Lehrer trage. Das Handeln der Schulleiterin nannte er „erbärmlich“.

Der gesetzliche Kündigungsschutz greift in der Probezeit grundsätzlich nicht. Das Graue Kloster gilt als evangelisches Gymnasium zudem als „Tendenzbetrieb“ und kann die besondere inhaltliche Ausrichtung bei der Auswahl von Mitarbeitern daher berücksichtigen.