Wilmersdorf

Kolonie Oeynhausen bekommt ein neues Vereinsheim

Zusammen mit 150 Lauben muss das alte Vereinsheim Wohnungen weichen. Im Rosenweg wollen die Kleingärtner ein neues bauen.

150 Lauben der Kolonie wurden abgerissen, darunter das Vereinsheim

150 Lauben der Kolonie wurden abgerissen, darunter das Vereinsheim

Foto: Steffen Pletl

Die Kleingärtner der Schmargendorfer Kolonie Oeynhausen wollen ihr neues Vereinsheim selbst bauen. Das wurde auf der letzten Mitgliederversammlung so entschieden. „Jetzt haben wir das Geschehen selber in der Hand. Das neue Heim liegt dann viel zentraler als an der Forckenbeckstraße“, sagte Frank Sommer, Vize-Vorsitzender des Kleingärtnervereins Oeynhausen. Vielleicht könnten dadurch zudem zwei Parzellen im Entenschnabel als Kleingartenfläche erhalten werden, möglicherweise auch weitere Parzellen direkt am Höhenweg oberhalb der Forckenbeckstraße, westlich des Veilchenweges. „Unser Vereinsheim könnte vielleicht sogar noch dieses Jahr fertig sein“, so Sommer.

>>>4000 Euro Entschädigung für einen Berliner Kleingarten<<<

Wie berichtet, wurde das bisherige Vereinsheim zusammen mit 150 Lauben der Kolonie Oeynhausen abgerissen, weil diese Hälfte des Grundstücks mit 900 Wohnungen bebaut werden soll. Als Entschädigung für das Vereinsheim und das dort liegende Stromnetz zahlt die Groth Gruppe nach Angaben der Kleingärtner 160.000 Euro. Mit dem Großteil des Geldes soll jetzt ein nicht ständig bewirtschaftetes Vereinsheim auf zwei nebeneinanderliegenden Parzellen im Rosenweg errichtet werden, die sowieso aufgegeben würden.

Im kommenden Jahr soll mit dem Bau begonnen werden

Die Miet- und Eigentumswohnungen, die die Groth Gruppe baut, entstehen parallel zur vorhandenen Bebauung an der Cuno­straße. Darunter sollen auch 65 preisgebundene Wohnungen sein. „Wir möchten möglichst 2017 beginnen zu bauen, und sind nach wie vor zuversichtlich, dass das geht“, sagte eine Sprecherin der Groth Gruppe auf Anfrage der Berliner Morgenpost. Der Kompromiss beinhaltet auch die Absicherung für die Groth Gruppe, dass das Baurecht spätestens bis Juni 2018 festgesetzt werden muss. Ansonsten hat Groth eine Rücktrittsmöglichkeit und könnte die gesamte Fläche inklusive der 150 erhaltenen Parzellen bebauen. Nach einem jahrelangen Streit hatten sich die Groth Gruppe, Kleingärtner und der Bezirk Anfang des Jahres auf diesen Kompromiss verständigt. Nur die Hälfte der Fläche wird bebaut, dafür darf Groth höher bauen. Es gilt als das größte Wohnungsbauvorhaben in Charlottenburg-Wilmersdorf, für das aber noch Baurecht geschaffen werden muss. Die verbliebenen 150 Kleingartenflächen werden planungsrechtlich mit einem Bebauungsplan als solche gesichert.

Der Kompromiss sah eigentlich auch vor, dass Groth das neue Vereinsheim errichtet – in einem Abschnitt der Osthälfte des Geländes, der als „Entenschnabel“ bezeichnet wird. Dort, so sieht es der Kompromiss vor, baut das Unternehmen eine Kita, in der auf Kosten von Groth auch das neue Vereinsheim der verbliebenen Kolonie seinen Platz finden sollte. Die Entscheidung, wie viele Parzellen dafür noch geopfert werden müssen, steht aber noch aus. „Es wird eine Abwägung, die schmerzhaft sein kann“, hatte der Geschäftsführer der Groth Gruppe, Henrik Thomsen, auf einer Informationsveranstaltung gesagt. Außerdem hätten die Kleingärtner nach eigener Auskunft das neue Vereinsheim anmieten müssen.

© Berliner Morgenpost 2018 – Alle Rechte vorbehalten.