DFB-Pokalfinale

Erste BVB-Fans machen sich am Kudamm warm

Das Fanfest auf dem Breitscheidplatz ist abgesagt, die Fans kommen trotzdem. Der Fan-Truck sorgt an Kudamm und Tauentzien seit dem Freitagmorgen für Stimmung.

Foto: Brigitte Schmiemann

Er ist da: der Fan-Truck von Borussia Dortmund. Das Gefährt, das bei allen Auswärtsspielen des BVB im Einsatz ist, steht seit dem Freitagmorgen auf dem Breitscheidplatz, die Dortmunder bauen gleich daneben eine Bühne auf.

Nachdem die AG City das geplante Fanfest am Mittwoch wegen der verlangten zwei Meter hohen Zäune abgesagt hatte, gehört der Truck zum Szenario, mit dem Berlin die schlecht zu kalkulierenden Fanmassen auf dem Platz kanalisieren will. „Es ist noch nie was passiert, wir haben ein friedliches Zusammenleben mit den Fans“, sagt Christian Gössing zuversichtlich. Er ist der Truck-Verantwortliche und hat keine Sorge, dass es mit den erwarteten Massen auf dem Platz kritisch werden könnte: „Wir haben zwar kein Fanfest im herkömmlichen Sinn, aber es hat sich so eingebürgert, dass sich die Fans an der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche treffen“. Die Fans seien zufrieden, auch weil die Fan-Artikel vor Ort seien. In Berlin gebe es ja keinen Fan-Shop, nur in Essen, Oberhausen und eben in Dortmund.

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Auch Martin Germer, Pfarrer der Gedächtniskirche, hat in den vergangenen Jahren nur gute Erfahrungen mit den Fußballfans gemacht. Allerdings schützt sich die Kirche wieder mit Schutzzäunen, damit das denkmalgeschützte Ensemble keinen Schaden nimmt. „Damit nicht direkt gegen die Gebäude uriniert wird“, sagt der Pfarrer. Die Kosten trage übrigens der Deutsche Fußball-Bund (DFB).

Am Sonnabend um 12 Uhr bietet die Gedächtniskirche den Fußballfans zudem einen ökumenischen Gottesdienst an. Es werden Fangruppen von beiden Seiten der Finalteilnehmer, also aus Dortmund und Wolfsburg, erwartet. Der Kirchenpräsident von Hessen-Nassau, Volker Jung, wird die Predigt halten. Auch Bundesliga-Schiedsrichter und Vertreter des DFB sind beteiligt und sprechen beispielsweise Fürbitten.

Auch Germer geht davon aus, dass die Stimmung am Spieltag fröhlich sein wird und es friedlich bleibt, auch wenn viel getrunken wird. Von Aufregung einen Tag vor dem Spiel ist beim Truck-Verantwortlichen nichts zu merken. Beim Glückwunsch auf ein gutes Spiel sagt er gelassen mit der typischen Bodenständigkeit des Ruhrpotts: „Das machen wir schon.“