Charlottenburg

Einbrecher rauben Sparkasse mitten am Tag aus

Mitten am Tag sind Unbekannte in die Räume der Sparkasse an der Otto-Suhr-Allee eingebrochen. Sie räumten offenbar mehrere Schließfächer aus. Einen Teil der Beute verloren sie auf der Straße.

Foto: Andreas Gandzior

Mit Einbrecherbanden, die Bankschließfächer ausräumen, hat die zuständige Fachdienststelle des Berliner Landeskriminalamtes (LKA) bereits reichlich Erfahrung gemacht. Die Dreistigkeit, mit der bislang unbekannte Täter bei einem Einbruch am Dienstag vorgingen, kam allerdings auch für die erfahrenen Ermittler überraschend.

Am helllichten Tag und während des laufendes Geschäftsbetriebes drangen die Täter in die Kellerräume der Sparkassenfiliale an der Otto-Suhr-Allee in Charlottenburg ein. Während sich die Mitarbeiter oben im Beratungscenter offenbar völlig ahnungslos ihren Privatkunden widmeten, brachen die Einbrecher eine Etage tiefer 21 Schließfächer auf, räumten sie aus und flüchteten unerkannt mit ihrer Beute. Allerdings sollen laut „BZ“ vier der 21 Fächer nicht vermietet gewesen sein.

Wie ein Polizeisprecher am Mittwoch auf Anfrage der Berliner Morgenpost mitteilte, drangen die Täter am Vortag gegen 12.30 Uhr in die Kellerräume ein. Ein Mitarbeiter der Filiale entdeckte kurze Zeit später die aufgebrochenen Schließfächer und die Verwüstungen. Von den Tätern fehlte zu diesem Zeitpunkt bereits jede Spur. Über den Umfang ihrer Beute wurde zunächst nichts bekannt.

Täter verlieren Teil der Beute

Möglicherweise war die aber so üppig, dass die Einbrecher Teile bei der Flucht verloren. Nach Informationen der Berliner Morgenpost fand ein Anwohner in unmittelbarer Nähe der Filiale etwa 20 Goldmünzen. Der Mann erwies sich als ehrlicher Finder und gab die Münzen noch am Abend in einem Fundbüro ab. Ob die Goldmünzen mit dem Einbruch in Verbindung stehen, blieb zunächst unklar. Die Polizei betätigte aber, dass die Täter einen Teil der Beute verloren hätten.

21 von 1000 Fächern aufgebrochenen

Die Ermittler des LKA stehen nun vor drei Fragen: Wie gelangten die Täter unbemerkt während des laufendes Betriebes in die Filiale? Wie konnten sie ungestört die Schließfächer aufbrechen? Und: Warum wurde die Alarmanlage nicht ausgelöst? Unklar ist zudem, ob die Täter sich von vornherein auf die 21 aufgebrochenen Fächer konzentriert hatten oder ob sie gestört wurden. In jedem Fall blieb die restlichen der insgesamt 1000 Schließfächer unangetastet.

Auf Nachfragen hieß es bei der Polizei, alle offenen Fragen seien Gegenstand der laufenden Ermittlungen. Alle Bemühungen um eine Stellungnahme der Berliner Sparkasse blieben am Mittwoch ebenfalls ergebnislos. In der Pressestelle des Geldinstituts war durchgehend ein Bandgerät eingeschaltet. „Die von ihnen gewünschten Personen sind derzeit nicht erreichbar“, hieß es dort über mehrere Stunden hinweg.

Sehr gesprächsbereit zeigten sich hingegen Anwohner der Otto-Suhr-Allee, nachdem sie von dem dreisten Coup in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft erfahren hatten. Ein Anwohner wusste gegenüber der Berliner Morgenpost zu berichten, die Täter hätten derart reiche Beute gemacht, dass sie Teile davon zurückließen oder auf der Flucht verloren. Ein anderer Nachbar gab an, mehrere Türen des Gebäudes hätten zur Tatzeit offen gestanden. So ist der Zutritt zu dem Haus, in dem sich die Sparkassenfiliale befindet, durch einen Hintereingang vom Innenhof möglich, auch zum Keller führt ein Eingang von außen. Eine Überwachungskamera im Innenhof brachte die Ermittler allerdings nicht weiter, eine erste Sichtung durch die Polizei ergab keine Hinweise.