Zwei Unbekannte haben in dreister Manier ein Juweliergeschäft am Kurfürstendamm in Wilmersdorf überfallen. Der Raubüberfall am Mittwochvormittag dauerte nur wenige Minuten. Die rabiat vorgehenden Täter konnten wertvolle Schmuckstücke und mit Brillanten besetzte Uhren erbeuten und damit unerkannt entkommen. Der reguläre Wert der Beute könnte bis zu einer Million Euro betragen. Die Polizei machte zur Schadenhöhe keine Angaben und bittet Zeugen der Tat um Hinweise. Die Ermittlungen hat ein Raubkommissariat des Landeskriminalamtes übernommen.

Es war kurz vor 11 Uhr, als zwei Männer das Juweliergeschäft Zewi am Kurfürstendamm 178 unweit des belebten Olivaer Platzes betraten. Die Räuber trafen nach Angaben der Polizei in dem Geschäft auf drei weibliche Angestellte und eine Kundin und bedrohten diese unmittelbar mit einer Schusswaffe. Die Frauen wurden aufgefordert, sich auf den Boden zu legen. Um jegliche Gegenwehr zu unterbinden, sprühte einer der Täter den Überfallenen im Alter von 35 bis 58 Jahren Reizgas ins Gesicht. Derart außer Gefecht gesetzt, konnten die Räuber ungestört agieren.

Sie zertrümmerten danach mehrere Schauvitrinen, rissen Schubladen auf und rafften daraus blitzschnell hochwertige Schmuckstücke und teure Uhren zusammen. Vom Gehweg aus bekamen die zahllosen Passanten praktisch nichts von der dramatischen Szenerie mit. Das einzige, relativ schmale Schaufenster war mit ausgestellten Uhren und Schmuck zugestellt, der sich dahinter befindliche Verkaufsraum von außen kaum einsehbar.

Stutzige Passanten

Erst als die Täter mit ihrer Beute wieder auf den Boulevard zurückkehrten, dürften Passanten stutzig geworden sein. Als die zuerst eintreffenden Beamten der Verbrechensbekämpfung VB1 eintrafen, berichteten einige Zeugen, dass die Räuber samt der wertvollen Beute zu Fuß in Richtung Olivaer Platz gelaufen seien. Die Polizei geht nach ersten Erkenntnissen davon aus, dass die Täter ihre Flucht später auf Fahrrädern fortgesetzt haben könnten. Hierzu lagen nach Angaben einer Sprecherin widersprüchliche Aussagen vor. Eine detaillierte Beschreibung der Täter konnte die Polizei zunächst nicht liefern. Die Geschäftsräume boten nach dem Raub ein Bild der Verwüstung.

Der Fußboden war mit Glassplittern, Papieren und heruntergerissenen Auslagen übersät. Die sichtlich erschütterten Angestellten und die Kundin klagten über Reizungen der Augen und der Atemwege und wurden von Rettungssanitätern versorgt. Eine Frau, die durch die berstenden Vitrinen eine Platzwunde am Kopf erlitten hatte, musste im Krankenhaus behandelt werden. Unterdessen untersuchten Kriminaltechniker die Eingangstür und die Geschäftsräume nach Spuren, während weitere Beamte außerhalb des Geschäfts Zeugen befragten.

Die Kriminalpolizei hofft, dass weitere Passanten, die sich zur Tatzeit auf dem Kurfürstendamm oder dem Olivaer Platz aufhielten, die Ermittlungen nach den Tätern voranbringen könnten. Wer sachdienliche Hinweise zu der Tat oder der Flucht der Räuber geben kann, wird gebeten, sich unter der Rufnummer 4664-944 113 bei der Polizei zu melden.