Achtsamkeit für das Werden und Vergehen, das ist das Wesen des japanischen „Sakura“-Kults um Kirschbäume, die im April vielerorts in Berlin prächtig blühen. Dass an den besonders bekannten Kirsch-Alleen an den Bornholmer Gärten in Prenzlauer Berg und entlang des früheren Grenzstreifens an der Wollankstraße rosafarbene Spaliere über den Köpfen entstanden sind, liegt an der Spendenfreude japanischer Bürger. Aus Freude über die Berliner Wiedervereinigung schenkten sie der Hauptstadt in den 1990er Jahren über 450 edle Kirschbaum-Exemplare für Standorte an der früheren Grenze im Bezirk Pankow.

Bezirk Pankow ersetzt japanische Kirschen durch weniger empfindliche

Auch wenn sich neuerdings Touristen an den Blüten erfreuen und laut „Visit Berlin“ gezielt für Foto-Touren anreisen: Einen besonderen Schutzstatus besitzen Pankows japanische Zierkirschen keineswegs. Ein Vorstoß der Bezirksverordneten, die fernöstlichen Gehölze als Naturdenkmal unter Schutz zu stellen, ist amtlich gescheitert. Und das bereits 2015. Bekannt wird das negative Ende des Gesuchs allerdings erst jetzt, sieben Jahre später, durch eine Anfrage zur besten Kirschblüte-Zeit. Der Senat habe die Unterschutzstellung abgelehnt, erklärt nun Stadträtin Manuela Anders-Granitzki (CDU) dem Linken-Fraktionschefs Mattias Zarbock zu dessen Erkundigung.

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Dementsprechend schwer fällt es dem Bezirk, die Kirschen zu erhalten und so nachzuzüchten, wie sie die Japaner damals übergeben haben. „Die Zierkirschen sind zumeist veredelte Züchtungen, die von sich aus keine lange Lebenserwartung besitzen. Die Verringerung des Bestandes erfolgt in Ermangelung der Vitalität. Ein Teil der Bäume vergreist früh“, beschreibt Anders-Granitzki die Problematik.

Kirschbäume in Pankow: Mehr Neupflanzungen als Abgänge

Um die Pracht trotzdem zu erhalten, verstößt der Bezirk bei Neupflanzungen bewusst gegen „Veredelungsauflagen“. Aufgezogen wird nun, was im Berliner Boden am ehesten gedeiht. Die Devise lautet sozusagen: Hauptsache rosa Blüten. Laut Bezirksamt existieren derzeit 481 Kirschbäume in Bezirk. 26 „Abgänge“ wurden mit 27 Neupflanzungen ersetzt. Auch wenn die japanischen Originale allmählich sterben, so wird das florale Spektakel entlang der früheren Berliner Mauer nicht vergehen.

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