Kommentar

Bezirke haben viele Aufgaben, aber wenig Personal

Die Bezirke haben große Aufgaben im Jahr 2019 und kommen doch schon jetzt kaum hinterher. Es braucht mehr Personal, meint Katrin Lange.

Foto: pa/Montage BM

Berlin wächst, Berlin ist im Wandel. Das macht sich vor allem in den Rathäusern der Bezirke bemerkbar. Die Zwölf haben große Aufgaben im Jahr 2019 und kommen doch schon jetzt kaum hinterher. Personal fehlt, um alle Anforderungen bewältigen zu können. Neue Wohnungen werden gebraucht, Schulen, Kitaplätze, Radwege – das alles muss geplant und umgesetzt werden.

Doch wer soll das in den Rathäusern machen, wenn die Mitarbeiter heute schon kaum das Alltagsgeschäft schaffen? In Charlottenburg-Wilmersdorf waren im Sommer knapp 400 Stellen nicht besetzt, fast 240 in Treptow-Köpenick und knapp 200 in Steglitz-Zehlendorf. Die Konsequenz: Baustadträte klagen, dass ihre Planungsabteilungen nicht arbeitsfähig sind, Berliner warten wochenlang auf Sterbeurkunden, um ihre Angehörigen beerdigen zu können.

Hätte es die Air-Berlin-Pleite nicht gegeben – und damit einige neue Mitarbeiter im Amt – sähe es auf manchen Verwaltungsfluren noch leerer aus. Wie sollen so die Herausforderungen in 2019 gemeistert werden? In Steglitz-Zehlendorf wird im neuen Jahr ein zentrales Bewerbungsbüro im Rathaus Zehlendorf eingerichtet – ein Anlaufpunkt für alle, die Interesse an einem Job in der Verwaltung hätten.

Das allein wird das Personalproblem nicht lösen. Berlin braucht modernisierte Verwaltungsstrukturen, mehr Ausbildungsplätze und eine bessere Bezahlung für Mitarbeiter in den Bezirksverwaltungen, damit sie nicht nach kurzer Zeit zum besser zahlenden Land wechseln. Das wären die Aufgaben für den Senat.

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