Elf Kinder der Charité Berlin haben zum ersten Mal die Kinderwiesn auf dem Münchner Oktoberfest besucht. Eingeladen hatte die Sixt Kinderhilfe Stiftung „Tränchen trocknen“. Das Fest für kranke und benachteiligte Kinder gibt es seit 26 Jahren – Berliner Kinder waren noch nie dabei.
Los ging es am Montag, den 28. September, um 6.30 Uhr am Berliner Hauptbahnhof. Die Kinder sind zwischen 9 und 15 Jahre alt, vier Betreuerinnen fuhren mit. „Die Kinder waren schon ziemlich aufgeregt. Sie kannten sich untereinander noch nicht, aber auf der Rückfahrt waren sie schon eine eingeschworene Gemeinschaft“, erzählt Janina Wagner. Sie leitet stellvertretend die Nierenheilkunde-Station der Kinderklinik. Zusammen mit der Kinderkrankenpflegerin Peggy betreute sie die vier nierenkranken Kinder. Um die sieben Kinder mit Diabetes kümmerten sich die Ärztin Julia Ware von der Klinik für Pädiatrische Endokrinologie und Diabetologie und die Diabetesberaterin Isabel Pollmüller.
Kinder genießen sorglose Stunden im Festzelt
Vom Münchner Hauptbahnhof fuhr die Gruppe direkt zur Theresienwiese ins Schützen-Festzelt. Dorthin hatte die Stiftung 200 Kinder aus 14 sozialen und medizinischen Einrichtungen geladen. Die Wirtsfamilie Reinbold tischte halbe Hendl, Kartoffelsalat und Apfelküchlein mit Vanilleeis auf, Clowns und Zauberkünstler unterhielten die Gäste.

Die Krankheiten reisten mit. „Die Kinder mit Diabetes Typ 1 müssen regelmäßig Insulin spritzen, vor allem wenn etwas gegessen wird, und regelmäßig den Blutzucker messen“, sagt Ware. Gestört habe das im Festzelt niemanden – im Gegenteil: „Die Kinder haben sich in der Gruppe so wohl gefühlt, weil das eben alle machen mussten und sie mal nicht die Einzigen waren.“ Bei den nierenkranken Kindern achteten die Betreuerinnen darauf, dass sie ihre Medikamente pünktlich nahmen und genug tranken. Auch ein Mädchen mit Epilepsie war mit dabei. „Den Kindern hat es sehr gefallen, obwohl es schon sehr eng war“, sagt Janina Wagner.
Nach dem Mittagessen zog die Gruppe aufs Festgelände. Jedes Kind durfte sich seine Fahrgeschäfte aussuchen. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Sixt begleiteten die Kinder und bezahlten die Fahrten. „Das war schon toll organisiert“, sagt Julia Ware. Die Mädchen stürmten das Dosenwerfen und die Alpina-Achterbahn, die älteren Jungen die Schießbude und „Hangover“, den Sturz aus großer Höhe.

Unvergessliche Erlebnisse für kranke Kinder
Zum Abschied bekam jedes Kind einen Rucksack mit Überraschungen und Lego-Steinen. „Zum 26. Mal lade ich zu meiner Kinderwiesn ein, und es berührt mich jedes Mal aufs Neue. Dass die Kinder der Berliner Charité den langen Weg auf sich nehmen, um gemeinsam mit uns ein paar sorgenfreie Stunden zu erleben. Genau dafür ist dieses Fest da“, sagte Stiftungsgründerin Regine Sixt.
Am Abend fuhr die Gruppe zurück nach Berlin. „Geschlafen hat keiner. Alle waren noch total aufgedreht von den vielen tollen Erlebnissen“, sagt Julia Ware. Für sie zählt vor allem eines: „Wir haben Kinder mitgenommen, die sonst nie die Möglichkeit hätten, so einen Ausflug zu machen.“
Sixt Kinderhilfe Stiftung
Die Regine Sixt Kinderhilfe Stiftung „Tränchen trocknen“ engagiert sich seit über 25 Jahren weltweit für Kinder in Not. In den vier Bereichen Bildung, Gesundheit, Fürsorge und Nothilfe wurden bislang über 440 Projekte in mehr als 70 Ländern realisiert, darunter die Unterstützung für den Bau von Schulen, Waisenhäusern und Krankenstationen, sowie Soforthilfe in Krisen- und Katastrophengebieten. In Deutschland werden lokale Initiativen gefördert, dazu gehören Ausflüge und besondere Erlebnisse mit sozial benachteiligten und schwer kranken Kindern, wie der Besuch des Oktoberfestes und Weihnachts- und Osterbesuche in Kinderkliniken. Weitere Informationen: www.drying-little-tears.org



