Dreimal in der Woche verbringt Maxim vier bis fünf Stunden auf der Kinder-Dialyse-Station der Virchow-Klinik in Wedding. Der schmale 15-jährige Junge aus der Ukraine ist nierenkrank, sein Blut muss an der Dialysemaschine gewaschen werden. Für Aufregung und Abwechslung dabei sorgt die Zauberin Ute von Koerber, liebevoll „Praline“ genannt. Zweimal im Monat kommt sie mit ihren Requisiten und Kostümen auf die Dialyse-Station und schafft am Krankenbett oder wie an diesem Tag auf dem Flur für magische Momente abseits der Krankheit.
„Im Krankenzimmer bringe ich den Kindern das Zaubern bei. Wir planen genau, wie der Trick aussehen soll und üben dabei Rechnen und Sprechen“, erzählt Ute von Koerber, Sozialpädagogin mit einer Ausbildung für therapeutisches Zaubern. Organisiert werden die Zauberstunden vom Verein Nierenkinder.
Enge Abstimmung mit dem Klinik-Personal
„Wir sind dafür auf Spenden und Sponsoren angewiesen, genau wie für den Deutschunterricht während der Dialyse oder die zusätzlichen bunten Stühle, die sich das Pflegepersonal gewünscht hat, oder die gemütlichen Sitzkissen und die Ausstattung des Spielzimmers. Vor allem aber sind wir für die nierenkranken Kinder und ihre Familien da“, sagt Christiane Cobien, die Vorsitzende des Vereins Nierenkinder. Alles passiert in enger Abstimmung mit Ärzten und Pflegepersonal. „Ich werde auch oft angesprochen, ob ich mich mal um ein bestimmtes Kind kümmern kann. Es ist eine wirklich tolle Zusammenarbeit mit dem ganzen Team auf der Station“, sagt sie.

Entstanden ist der Verein als Eltern-Selbsthilfegruppe. Auch Christiane Cobiens Sohn ist nierenkrank und hat mit drei Jahren eine Spenderniere bekommen. Heute ist er 16 Jahre alt. „Die meisten Eltern haben bis zur Diagnose noch nie etwas mit einer Nierenkrankheit zu tun gehabt. Die fragen sich natürlich als erstes: kann mein Kind damit überhaupt groß werden? Das war bei mir damals nicht anders. Da hilft es schon, wenn ich die Fotos meines Sohnes zeige und sie sehen: es geht“, sagt die Vereinsvorsitzende der Nierenkinder. Der Verein will den Kindern trotz der Krankheit und den damit verbundenen Einschränkungen Spaß und Lebensfreude schenken und den Eltern vermitteln: die Krankheit geht nicht mehr weg, aber die Kinder können damit leben und verkraften vieles sogar besser als Erwachsenen mit einer Nierenkrankheit.
Auszeiten von der Krankheit im Ferienlager
Einmal im Jahr veranstaltet der Verein ein großes Ferienlager für Dialyse-Kinder und ihre Geschwister. Im nächsten Jahr soll es für zehn Tage in den Thüringer Wald gehen. „Dieses Ferienlager für Dialyse-Kinder ist einzigartig in Deutschland. Unsere Ärztin, Dr. Kempf fährt mit, genauso wie eine Dialyseschwester und noch eine zweite Schwester, die sich um die Medikamente von den Kindern kümmert. Und natürlich nehmen wir Dialysemaschinen mit. 35 bis 40 Kinder sind dabei und 15 bis 20 Betreuer, die das alles ehrenamtlich machen“, sagt Christiane Cobien.

Sie berichtet von der Begeisterung der Kinder, die eine Auszeit von ihrer Krankheit genießen und in der Gemeinschaft merken, dass sie nicht allein sind mit ihren Problemen und sich untereinander austauschen können. „Auch für die Eltern ist es ganz wichtig zu wissen, dass ihr Kind gut betreut ist und sie sich entspannen können. Das Ferienlager wird mit Spenden finanziert, genau wie Familienwochenenden mit Fachvorträgen für die Eltern und einem Jugendwochenende für die älteren Dialyse-Kinder, die dabei zum Beispiel lernen wie man einen Podcast macht – von einem jungen Wiener, der selbst nierenkrank ist und darüber in seinem Podcast spricht.
Dialyse-Ärztin in Kiew bei Raketenangriff ums Leben gekommen
Der Verein Nierenkinder erhält auch zweckgebundenen Spenden für ukrainische Kinder wie Maxim und die 16-jährige Sascha, die auf der Dialyse-Station in der Virchow-Klinik behandelt werden. „Als die Kinderklinik in Kiew im Juli von einer russischen Rakete getroffen wurde, ist die Dialyse-Ärztin ums Leben gekommen und die Maschinen wurden zerstört. Wir haben uns um die Evakuierung der Kinder gekümmert, seit September werden sie hier behandelt“. erzählt die gebürtige Ukrainerin Oksana Paulsen, Vorstandsmitglied bei Nierenkinder e.V. Sie dolmetscht, organisiert Deutschunterricht und vermittelt auch Sachspenden wie Dialysegeräte in die Ukraine. Auch der Lions Club Berlin-Wannsee unterstützt die Nierenkinder mit dem Erlös aus seinem jährlichen Charity Weihnachtsmarkt.
Maxim hat seine Dialyse für heute hinter sich und führt im magischen schwarzen Cape Zaubertricks vor, die er bei Ute von Koerber gelernt hat. Er und die anderen Kinder strahlen dabei um die Wette, als das Publikum im Krankenhaus-Flur applaudiert. Krankheit und Kummer sind in diesen Momenten wie von Zauberhand verschwunden. Mit der Weihnachtsaktion „Schöne Bescherung“ wollen wir die Arbeit des Vereins Nierenkinder unterstützen. Bitte helfen Sie uns dabei.
So können Sie spenden
Um sozial benachteiligte und chronisch kranke Kinder zu unterstützen, bittet der Verein Berliner helfen e.V. zum 22. Mal um Spenden für die Aktion „Schöne Bescherung“. Einrichtungen und Vereine, die sich um Kinder und Jugendliche in Berlin kümmern, sind auf Spenden angewiesen. Spenden Sie bitte an: Berliner helfen e.V. Stichwort: Bescherung IBAN: DE73 3702 0500 0003 3071 00
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Für eine Spendenbestätigung geben Sie bitte bei der Überweisung Ihre Anschrift an. Weitere Informationen unter Tel. 030 8872 77843 oder per E-Mail an kontakt@berliner-helfen.de.



