Weihnachtswerkstatt

Bäcker sorgen für „Weihnachten im Stollenkarton“

Fast 200.000 Schuhkartons mit Geschenken verlassen die Weihnachtswerkstatt in Lankwitz. Nächstes Jahr kommen Stollenkartons dazu.

Bäckermeister Karl-Dietmar Plentz aus Oberkrämer unterstützt die Aktion.

Bäckermeister Karl-Dietmar Plentz aus Oberkrämer unterstützt die Aktion.

Foto: Katrin Lange

Berlin. Nur noch wenige Tage werden in der Weihnachtswerkstatt in Lankwitz Schuhkartons mit gespendeten Geschenken gefüllt, über die sich Kinder freuen, die sonst nichts bekommen würden. Fast 200.000 Pakete verlassen dieses Jahr im Rahmen der Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“ das Laufband an der Haynauer Straße Richtung Osteuropa. Organisiert wird die nach eigenen Angaben weltweit größte Geschenkaktion vom Verein Samaritan’s Purse.

Bereits in diesem Jahr haben sich 131 Bäckereien an der Hilfskampagne beteiligt. Im nächsten Jahr will die Bäckerinnung ihr Engagement noch ausweiten. Die neuen Pläne hat Karl-Dietmar Plentz, Bäckermeister aus Oberkrämer und Sprecher der Bäckerinnung Berlin und Brandenburg, jetzt in der Weihnachtswerkstatt vorgestellt. Die Idee ist, die Stollenverpackung nachhaltig zu nutzen und die Geschenkaktion finanziell zu unterstützen.

„Weihnachtsstollen im Schuhkarton“: Ein Euro wird gespendet

Und das geht so: Die Bäcker melden sich für die Aktion an und erhalten vorgefertigte Stollenverpackungen. Von jedem verkauften „Weihnachtsstollen im Schuhkarton“ spenden die Bäcker einen Euro an die Aktion. Die Verpackung kann anschließend mit Geschenken für bedürftige Jungen und Mädchen gefüllt werden – vom Kunden oder vom Bäcker. Flyer in den Stollenkartons sollen auf die Aktion hinweisen.

„Die Kinder bewahren die bunten Kartons oft wie eine Schatzkiste auf“, erzählt Karl-Dietmar Plentz von seinen Erfahrungen. Er hat ganz persönliche Gründe, sich für die Geschenkaktion einzusetzen. Aufgewachsen auf der „grauen Mauerseite, kenne ich die Freude zu Weihnachten über ein Paket aus dem Westen“, so der Bäckermeister. Dieser Geruch und das Glück über Dinge, die es nicht gab, zum Beispiel eine Levis-Jeans – das sei etwas Besonderes gewesen. „Heute bin ich in der Position, anderen eine Freude zu machen“, sagt Plentz. Dieses Glück wolle er weitergeben.

Lesen Sie auch: „Schöne Bescherung“: Hilfe für die Kinder im Kiez